Allgemein wird davon ausgegangen, dass Haarausfall immer Menschen ab einem bestimmten Alter betrifft. Das stimmt jedoch nicht. Einige unserer Mitmenschen leiden seit ihrer Kindheit unter Alopecia congenita, einer angeborenen Form der Haarlosigkeit. Da in unserer Gesellschaft dichtes, gesundes Haar als Sinnbild für Schönheit, Jugendlichkeit und Erfolg steht, leidet die Lebensqualität der betroffenen Personen deutlich.

Ursachen für Alopecia congenita

Die Ursache für die sehr seltene Erkrankung ist eine angeborene Fehlbildung (Mutation) der haarbildenden Gene. Wie und warum diese Fehlbildung entsteht, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Der Grund besteht darin, dass es weltweit nur wenige Fälle der angeborenen Haarlosigkeit gibt. Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind mit Alopecia congenita zur Welt kommt, liegt bei 1 zu 1 Million Geburten. Ein besonderes Merkmal der Erkrankung ist, dass sie häufig innerhalb einer Familie weitervererbt wird, sodass mehrere Generationen und Geschwister betroffen sind.

Wie genau äußert sich die Erkrankung?

Bei vielen Babys, die an angeborener Haarlosigkeit leiden, wachsen die Haare unmittelbar nach der Geburt zunächst normal, sind jedoch augenscheinlich sehr dünn. Manche der betroffenen Neugeborenen haben weder Haare auf dem Kopf, noch Augenbrauen oder Wimpern. Sie kommen also vollkommen haarlos zur Welt. Später beginnen die Haare möglicherweise doch noch zu wachsen.

Allerdings sind sie von einer groben, drahtartigen Struktur, unregelmäßig und schwer zu frisieren. Spätestens mit der Pubertät stellt sich am gesamten Körper ein fortschreitender Haarverlust ein. Er beginnt am Scheitel und endet in vollkommener Haarlosigkeit. Auch die Haare an den Armen und Beinen sowie die Augenbrauen und Wimpern gehen unwiederbringlich verloren.

Von der Gesichts-, Kopf- und Körperbehaarung abgesehen, haben von Alopecia congenita Betroffene keine Einschränkungen oder Auffälligkeiten. Sowohl die Haut und deren Transpirationsverhalten, als auch die Zähne und Nägel entwickeln sich normal.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

In den meisten Fällen gibt sich der Gendefekt anhand der Symptome zu erkennen. Hinzu kommt die Familiengeschichte, die der Arzt während eines ausführlichen Gesprächs erfragt. Zur Absicherung der Diagnose wird eine DNA-Analyse herangezogen.

Behandlungsmöglichkeiten und Therapien

Es gibt kein medizinisches Verfahren, das die angeborene Haarlosigkeit korrigieren oder wieder rückgängig machen kann. Manche Patienten gelingt es, sich mit ihrem besonderen Aussehen anzufreunden und ein zufriedenes, erfolgreiches Leben zu führen. Andere von Alopecia congenita betroffene Menschen leiden sehr unter ihrer Situation und suchen nach Auswegen. Sie meiden soziale Kontakte, fühlen sich unattraktiv und entwickeln schlimmstenfalls psychische Störungen, wie Phobien. Sie behelfen sich mit Perücken oder denken über eine Haartransplantation nach.

Haartransplantation bei angeborener Haarlosigkeit keine Option

Während für andere Formen des Haarverlustes Eigenhaartransplantationen Mittel der Wahl sind, trifft dies auf die angeborene Haarlosigkeit leider nicht zu. Der Grund besteht darin, dass die Follikel der transplantierten Fremdhaare von Immunsystem als “Fremdkörper” erkannt und attackiert würden.

Mikrohaarpigmentierung verspricht sehr gute Ergebnisse

Für viele Betroffene stellt die Mikrohaarpigmentierung die optimale Lösung dar. Dieses Verfahren bedarf keines chirurgischen Eingriffs, liefert sofort überzeugende Ergebnisse und lässt sich perfekt an das Geschlecht und das Lebensalter anpassen. Es handelt sich um ein kosmetisches Behandlungsverfahren, bei dem ein geschulter Experte mit ultrafeinen Nadeln Farbpigmente in die Haut einbringt. Im Gegensatz zur klassischen Tätowierung verwendet er biologische Pigmente und er sticht diese nicht so tief unter die Haut.

Individuelle Behandlung liefert natürliche Ergebnisse

Mit der modernen Mikrotechnik lassen sich sowohl fehlende Augenbrauen als auch Haupthaare optisch täuschen echt nachbilden. Die Pigmente werden unter Berücksichtigung des vermeintlich natürlichen Haarverlaufs in der gewünschten Dichte individuell unter die Haut gestochen.

Während der Experte eine Glatze mit kleinsten Mikropunkten auffüllt, zeichnet er mit der sogenannten Kommatechnik feine Härchen. Mit einer raffinierten Mischtechnik lassen sich sehr natürlich wirkende Schattierungen erreichen, die der flüchtige Betrachter kaum von echten Haarstoppeln und natürlich gewachsenen Augenbrauen unterscheiden kann.

Nach nur zwei bis drei Sitzungen ist ein ansehnliches Resultat erreicht. Nebenwirkungen sind nicht bekannt und Medikamente unnötig. Auf Antrag übernimmt bei einem diagnostizierten Gendefekt die Krankenkasse die Behandlungskosten.

Fazit

Die angeborene Haarlosigkeit ist ein seltener genetischer Defekt, der sich mit Medikamenten nicht behandeln lässt und der auf viele Betroffene einen starken Leidensdruck ausübt.

Da keine Haartransplantation infrage kommt, ist für alle Menschen, die unter ihrer vollkomenen Haarlosigkeit leiden und die keine Perücke tragen möchten, die Mikrohaarpigmentierung eine sinnvolle Lösung. Das Verfahren eignet sich für Männer und Frauen jeden Alters. Bei entsprechender Indikation übernimmt die Krankenkasse die Kosten.

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