Haarpigmentierung

Haarpigmentierung – wirkt wie Haarstoppeln

Nicht für alle Menschen, die unter Haarausfall und kahlen Stellen auf dem Kopf leiden, ist eine Haartransplantation geeignet. Eine Alternative kann die Haarpigmentierung sein, bei der Pigmente ähnlich wie bei einer Tätowierung in die Kopfhaut gebracht werden. Die Pigmente sehen aus wie Haarstoppeln.

Die Haarpigmentierung als Alternative zur Haartransplantation

Wann die erste Pigmentierung von Haaren vorgenommen wurde, ist nicht genau bekannt. Es gibt diese Methode der Haarsimulation jedoch schon seit einigen Jahren oder Jahrzehnten. Bei dieser Methode handelt es sich nicht um einen operativen Eingriff. Sie ist vergleichbar mit einer Tätowierung oder einem Permanent-Make-up.

Anders als bei einer Tätowierung erfolgt die Heilung jedoch schneller und die erzeugten Wunden sind kleiner. Folglich entstehen beim Abheilen kleinere Narben als bei einer Tätowierung. Tätowierungen haben eine jahrtausendealte Tradition und werden bei vielen Völkern angewendet. Sie dienten als Grundlage für das Permanent-Make-up und für die Haarpigmentierung, die als Alternative zu einer Haartransplantation verwendet werden kann.

So erfolgt die Pigmentierung von Haaren

Bei der Pigmentierung werden ähnlich wie bei einer Tätowierung Pigmente in die Kopfhaut eingebracht. Diese Pigmente werden an Ihre natürliche Haarfarbe angepasst. Sie sind frei von Schwermetallen und anderen Schadstoffen und werden aus natürlichen Stoffen hergestellt. Mit einem Gerät, das ähnlich wie ein Tätowiergerät ist und über eine Nadel verfügt, werden die Pigmente 0,6 bis 1,2 Millimeter tief in die Kopfhaut eingebracht. Es gibt verschiedene Methoden für die Pigmentierung, abhängig vom Zustand Ihrer Kopfhaut und dem Ziel, was erreicht werden soll.

Verträglichkeit der Pigmentierung

Die Pigmentierung ist gut verträglich. Da es sich um natürliche Stoffe handelt, die frei von Schwermetallen sind und keine anderen schädlichen Stoffe enthalten, kommt es in der Regel nicht zu Allergien oder anderen Unverträglichkeiten. Bevor die Pigmentierung durchgeführt wird, befragt Sie der Arzt zu Allergien und Unverträglichkeiten, zu bekannten Erkrankungen und zur Einnahme von Medikamenten. Bevor die Pigmentierung der gesamten kahlen Stellen durchgeführt wird, kann zur Probe ein kleiner Bereich pigmentiert werden. Treten keine allergischen Reaktionen auf, kann kurze Zeit später die komplette Pigmentierung ausgeführt werden.

Ablauf der Haarpigmentierung

Bei der Pigmentierung handelt es sich zwar nicht um einen operativen Eingriff, doch führt der Arzt zuvor ein Gespräch mit Ihnen. Er erläutert Ihnen den Ablauf der Behandlung und berät Sie, was Sie zuvor beachten sollten. Sie sollten

  • mindestens drei Tage vor der Pigmentierung keine blutverdünnenden oder blutdrucksenkenden Medikamente einnehmen
  • mindestens 24 Stunden vor der Pigmentierung keinen Alkohol trinken
  • am Tag der Pigmentierung keinen Kaffee trinken.

Kaffee, Alkohol und Medikamente können die Blutgefäße weiten und zu Blutungen während der Pigmentierung führen.
Der Arzt zeichnet die Linie an, bis zu der die Pigmente in die Kopfhaut eingebracht werden sollen. Sind Sie mit dieser Linie nicht einverstanden, kann eine Korrektur erfolgen.

Eine örtliche Betäubung ist bei der Pigmentierung nicht erforderlich. Die Kopfhaut kann vor der Pigmentierung mit einer betäubenden Creme behandelt werden, damit Sie die Einstiche nicht spüren. Die Pigmente werden in die Kopfhaut eingebracht. Abhängig von der Größe der kahlen Stellen kann die Behandlung mehrere Stunden dauern.

Müssen größere kahle Stellen aufgefüllt werden, kann die Behandlung in mehreren Sitzungen erfolgen. Am Ende einer Sitzung wird eine beruhigende Salbe auf die Kopfhaut aufgetragen, damit eine schnelle Heilung erfolgt.

Was Sie nach der Haarpigmentierung beachten sollten

Zu einem guten Ergebnis und zu einer schnellen Heilung nach der Haarpigmentierung können Sie mit dem richtigen Verhalten beitragen. Sie sollten in den ersten zwei Wochen nach der Pigmentierung nach dem Waschen keine Styling-Produkte verwenden und die Haare nicht färben. Mindestens eine Woche lang sollten Sie intensive Sonneneinstrahlung vermeiden und Ihren Kopf mit einer Mütze schützen.

Auch dann, wenn die Einstiche längst verheilt sind, sollten Sie Ihren Kopf keiner intensiven Sonneneinstrahlung aussetzen, da die Pigmente verblassen könnten. Sie sollten eine Sonnencreme verwenden, die mindestens über den Lichtschutzfaktor 20 verfügt. Sauna und Solarium sollten Sie in der ersten Woche nach der Haarpigmentierung meiden.

Arten der Pigmente

Entscheiden Sie sich für eine Pigmentierung, können Sie zwischen Kurzzeit- und Langzeitpigmenten wählen. Kurzzeitpigmente verblassen bereits nach 6 bis 12 Monaten. Sie sind geeignet, um die Zeit bis zu einer Haartransplantation zu überbrücken, wenn der Haarausfall noch nicht weit fortgeschritten ist.

Sie eignen sich auch nach einer Chemotherapie, um Haarstoppeln zu simulieren, bis die Haare wieder nachwachsen. Langzeitpigmente halten drei bis fünf Jahre. Sie können auch, wenn Sie sich für Kurzzeitpigmente entschieden haben, zu einer Langzeitpigmentierung wechseln. Sind Sie mit dem Ergebnis einer Langzeitpigmentierung nicht einverstanden, können Sie die Pigmente mit Laser entfernen lassen.

Anwendungsmöglichkeiten der Haarpigmentierung

Die Pigmentierung wirkt wie Haarstoppeln. Mäner, die ihr Haar sehr kurz oder rasiert tragen, können die Pigmentierung vornehmen lassen, um Haarstoppeln zu simulieren. Die Farbe der Pigmente wird passend zur Farbe der eigenen Haare ausgewählt. Die Pigmentierung ist vor allem für dunkelhaarige Menschen geeignet, da sie den Kontrast von Haar- und Hautfarbe reduziert. Mit der Pigmentierung entsteht der Eindruck von vollerem Haar.

Die Pigmentierung kann auch bei Menschen mit lichtem, dünnem Haar angewendet werden, um das Haar voller erscheinen zu lassen. Männer und Frauen können von der Behandlung profitieren.

Die Haarpigmentierung eignet sich bei Männern und Frauen, die unter erblich bedingtem Haarausfall leiden. Bei Männern können Stirnglatze, Geheimratsecken und Glatze, bei Frauen der immer lichter werdende Bereich um den Mittelscheitel aufgefüllt werden.

Die Pigmentierung eignet sich auch, um bei einem diffusen Haarausfall Haare zu simmulieren. Bei dieser Art von Haarausfall fallen die Haare auf dem gesamten Kopf gleichmäßig aus. Nach einer Chemotherapie als Krebsbehandlung fallen zumeist die gesamten Haare aus. Mit einer Pigmentierung kann das Nachwachsen der Haare simuliert werden.

Mit der Pigmentierung können Narben optisch kaschiert werden. Das ist bei vernarbendem Haarausfall und bei einer Narbe infolge einer Haartransplantation mit der FUT-Methode möglich. Die Pigmente werden auf die Narbe gebracht, sodass die Narbe nicht auffällt.

Vorteile der Haarpigmentierung

Die Pigmentierung bietet einige Vorteile:

  • simuliert Haarstoppeln und das Nachwachsen von Haaren
  • gute Verträglichkeit, da keine schädlichen Stoffe enthalten sind
  • bei verschiedenen Formen von Haarausfall anwendbar
  • kann mit Laser entfernt werden, wenn das Ergebnis nicht gefällt
  • bei Männern und Frauen anwendbar.

Die Pigmentierung kann bei Menschen angewendet werden, für die sich eine Eigenhaarverpflanzung nicht eignet, beispielsweise bei einer Autoimmunerkrankung oder einer hormonellen Störung als Ursache. Werden die kahlen Stellen größer, lässt sich die Haarpigmentierung beliebig erweitern.