PRP Behandlung

PRP Behandlung gegen Haarausfall – Behandlung mit Eigenblut

Leiden Sie unter Haarausfall, müssen Sie noch nicht an eine Haartransplantation denken. Der Haarausfall kann mit einer PRP Behandlung aufgehalten oder verzögert werden. Für diese Behandlung wird Ihnen Eigenblut abgenommen, das aufbereitet und in die Kopfhaut gespritzt wird. Diese Behandlungsmethode ist gut verträglich.

Die Geschichte der PRP Behandlung

PRP ist die Abkürzung für platelet rich plasma, was plättchenreiches Blutplasma bedeutet. Die Behandlung hat sich schon seit einiger Zeit etabliert, um Haarausfall zu bekämpfen. Ihren Ursprung hat die Behandlung in der Sportmedizin. Sie wird zur Behandlung von Verletzungen an Sehnen, Gelenken und der Wirbelsäule angewendet.

Bereits in den frühen 1960er Jahren wurde diese Methode angewendet, doch konnte sie sich zu dieser Zeit noch nicht etablieren. Erst ab 1997 kam diese Methode verstärkt zum Einsatz, nachdem ein Verfahren zur Herstellung des plättchenreichen Blutplasmas beschrieben wurde.

Diese Methode wurde auch in der Zahnmedizin, der Kiefer- und Gesichtschirurgie, der Gefäßchirurgie und der Behandlung diabetischer Wunden verwendet. Seit einigen Jahren wird die Eigenblut-Behandlung auch bei Haarausfall angewendet. Sie trägt zur Zellerneuerung bei und kann auch als Anti-Aging-Behandlung für die Haut angewendet werden.

Die Wirkung der PRP-Behandlung

Die Eigenblutbehandlung von Haarausfall wurde in einer Studie an der italienischen Universität Padua erforscht, an der 1.440 Patienten teilnahmen. Von den Teilnehmern gaben 93 Prozent an, dass nicht nur der Haarausfall zurückging, sondern dass sie nach der Behandlung auch weniger unter Kopfschmerzen und Juckreiz litten.

Die Behandlung der Teilnehmer erfolgte über drei Jahre. Von den Teilnehmern der Studie hatten 80 Prozent mehr Haare. Der Erfolg blieb bei mehr als zwei Dritteln der Teilnehmer stabil. Nach drei Monaten waren die ersten Erfolge sichtbar. Die Durchblutung der Kopfhaut wird mit dem Eigenblut angeregt. Die Blutplättchen haben eine heilende Wirkung und regen die Zellerneuerung an.

Die Versorgung der Kopfhaut und der Haarfollikel mit Nährstoffen wird gefördert. Sind kahle Stellen auf dem Kopf vorhanden, aber die Haarfollikel noch intakt, können sich dort wieder neue Haare bilden. Die Haarfollikel können zur Bildung neuer Haare stimuliert werden. In den Bereichen, an denen sich noch Haare befinden, kann der Haarausfall verzögert oder gestoppt werden.

So erfolgt die PRP-Behandlung

Für die Behandlung mit Eigenblut wird Ihnen Blut aus der Armvene abgenommen. Es wird in einer Zentrifuge aufbereitet, sodass es keine roten Blutkörperchen mehr enthält. Das Blut ist reich an Thrombozyten (Blutplättchen). Der Anteil an Blutplättchen liegt bei 50 bis 95 Prozent.

Die Thrombozyten haben eine wichtige Aufgabe bei der Wundheilung. Sie sind für die Krustenbildung verantwortlich. Das aufbereitete Blut wird Ihnen mit feinen Nadeln in die Kopfhaut injiziert, um direkt an den Haarwurzeln zu wirken. Die Schmerzen bei der Injektion sind nur gering.

Ablauf der PRP-Behandlung

Die Therapie mit Eigenblut bedarf keiner größeren Vorbereitung. Der Arzt befragt Sie vor der Behandlung über

  • bekannte Erkrankungen, beispielsweise Autoimmunerkrankungen oder Krebs
  • Einnahme von Medikamenten
  • Lebensumstände
  • Schwangerschaft oder Stillzeit
  • Unverträglichkeiten und Allergien.

Bestehen keine Bedenken gegen die Eigenbluttherapie, kann die Behandlung erfolgen. Das Blut wird Ihnen abgenommen und aufbereitet. Es kann mit Vitaminen oder Mineralstoffen angereichert werden. Das Blutplasma wird in die Kopfhaut gespritzt. Sie sind sofort wieder einsatzfähig, können Sport treiben oder arbeiten. Haben Sie Angst vor den Spritzen, kann die Kopfhaut vor der Behandlung mit einer betäubenden Creme behandelt werden.

Je nachdem, wie weit der Haarausfall fortgeschritten ist, müssen Sie mit 20 bis 45 Minuten für eine Sitzung rechnen. Zumeist reichen drei bis vier Sitzungen, die im Abstand von wenigen Tagen stattfinden, aus. Der Erfolg der Behandlung kann über mehrere Jahre anhalten. Schreitet der Haarausfall weiter fort, kann eine Auffrischung erfolgen. Einige Ärzte empfehlen, die Eigenblutbehandlung jährlich aufzufrischen.

Verträglichkeit der Eigenblutbehandlung

Die PRP Behandlung ist gut verträglich, da es sich um körpereigenes Material handelt. Es kommt nicht zu Allergien und Unverträglichkeiten. Leiden Sie allerdings unter einer Autoimmunerkrankung, ist die PRP-Behandlung nicht für Sie geeignet. Das Immunsystem könnte das Blut als fremdes Material betrachten und angreifen.

Anwendungsmöglichkeiten der Eigenbluttherapie

Die Eigenbluttherapie ist bei verschiedenen Formen von Haarausfall anwendbar, wenn die kahlen Areale noch nicht lange vorhanden sind. Die Haarfollikel dürfen an den kahlen Stellen noch nicht abgestorben sein, damit sie wieder neue Haare bilden können.

Sind die kahlen Bereiche schon länger vorhanden und die Haarfollikel bereits abgestorben, wirkt das Blut nicht. Allerdings kann das Blut dort injiziert werden, wo noch Haare vorhanden sind. Die Haare können sich erholen und wieder kräftiger werden. Der Haarausfall kann aufgehalten oder verzögert werden.

Die Behandlung mit Eigenblut ist bei Frauen und Männern mit androgenetischer Alopezie (erblich bedingtem Haarausfall) anwendbar. Bei Männern zeigt sich der erblich bedingte Haarausfall durch Geheimratsecken, Stirnglatze und Glatzenbildung. Bei Frauen macht er sich mit immer lichter werdendem Haar um den Mittelscheitel bemerkbar.

Die Behandlung eignet sich auch bei anderen Formen von Haarausfall wie dem diffusen Haarausfall, dem kreisrunden Haarausfall und dem mechanischen Haarausfall, um die Haarbildung an den kahlen Stellen wieder anzuregen.

Bei Menschen mit dünnem und lichtem Haar, die nicht unter Haarausfall leiden, ist die PRP Behandlung geeignet, um die Haare zu kräftigen. Das Wachstum der Haare kann angeregt werden.

Die Eigenblutbehandlung kann auch das Wachsen der Haare nach einer Haartransplantation fördern. Die transplantierten Haare fallen etwa zwei bis sechs Wochen nach der Haarverpflanzung aus, da die Haarfollikel in die Ruhephase eintreten. Die Haare wachsen etwa nach drei Monaten wieder nach. Zu dieser Zeit kann das Wachstum der Haare mit der Eigenbluttherapie gefördert werden.

Wenn die Eigenbluttherapie nicht geeignet ist

Die Eigenblutbehandlung eignet sich nicht, wenn Sie unter einer Krebserkrankung oder einer Autoimmunkrankheit leiden. Sie sollte auch nicht bei Menschen angewendet werden, die HIV-positiv sind. Für schwangere Frauen ist die Behandlung nicht geeignet. Leiden Sie unter Entzündungen auf der Kopfhaut, sollte die PRP-Therapie nicht angewendet werden.

Die Entzündungen sollten abgeheilt sein, bevor die Behandlung erfolgt. Bei einem vernarbenden Haarausfall eignet sich die Behandlung nicht. An den kahlen Stellen, an denen sich Narben bilden, wachsen keine Haare mehr. Mit der Behandlung kann das Haarwachstum beim vernarbenden Haarausfall nicht mehr gefördert werden. Der Arzt informiert Sie im Vorfeld über mögliche Risiken.

Vorteile der PRP Behandlung

Die PRP Behandlung überzeugt mit einer Reihe von Vorteilen:

  • gute Verträglichkeit
  • keine besonderen Vorbereitungen erforderlich
  • bei verschiedenen Formen von Haarausfall anwendbar
  • Erfolg kann über mehrere Jahre andauern
  • Haare wachsen wieder kräftiger nach
  • Haarausfall kann gestoppt oder verzögert werden.

Ist der Haarausfall noch nicht weit fortgeschritten, kann die Behandlung mit Eigenblut eine Alternative zur Haartransplantation sein.

Weitere Alternativen