Haarausfall stellt für viele Menschen ein schwerwiegendes Problem dar und kann verschiedene Ursachen haben. Haarausfall durch Stress kann in verschiedenen Formen auftreten. Stress führt zu Veränderungen im Körper und wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus. Haarverlust durch Stress tritt etwa zwei bis vier Monate nach dem Beginn der Stressphase auf.

Haarausfall durch Stress – was ist Stress?

Beim Stress wird zwischen positivem und negativem Stress unterschieden. Verschiedene wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass negativer Stress zu Haarausfall führen kann. Positiver Stress kann den Menschen ankurbeln und ihn zu Höchstleistungen auflaufen lassen. Viele Menschen denken bei Stress zuerst an emotionalen oder psychischen Stress, beispielsweise bei

  • Problemen am Arbeitsplatz
  • Problemen mit dem Partner oder mit den Kindern
  • Verlust eines geliebten Menschen
  • Angst, den gestellten Anforderungen nicht mehr gerecht zu werden.

Stress kann jedoch auch körperlicher Natur sein. Körperlicher Stress kann in Form einer schwerwiegenden Erkrankung wie Krebs, aber auch durch übertriebenes Training wie beim Leistungssport auftreten.

Von Stress ist die Rede, wenn der Mensch nicht mehr in der Lage ist, eine bestimmte Situation zu beeinflussen oder zu bewältigen. Der Körper schüttet sogenannte Stresshormone aus, bei denen es sich um Botenstoffe handelt. Diese Botenstoffe können zu Haarausfall und zu verschiedenen Erkrankungen führen, wenn der Stress über Wochen oder Monate andauert. Neben Haarverlust durch Stress kann es auch zu Kopfschmerzen, Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes oder zu erhöhter Infektanfälligkeit kommen.

Verschiedene Arten von Haarausfall durch Stress

Stress kann die direkte Ursache von Haarausfall sein, doch kann er den Haarausfall auch verstärken. Die vom Körper ausgeschütteten Stresshormone können die Haarfollikel angreifen. Die Haarfollikel werden geschädigt und stoßen die Haare ab. Das bedeutet nicht, dass die Haare unwiederbringlich verloren sind. Bei noch intakten Haarfollikeln können sich wieder neue Haare bilden, wenn der Stress als Ursache des Haarausfalls beseitigt wird. Stressbedingter Haarausfall kann in verschiedenen Formen auftreten. Häufig handelt es sich um diffusen Haarausfall, der sich gleichmäßig auf dem gesamten Kopf zeigt. Setzt sich dieser Haarausfall fort, können die Haare fast komplett ausfallen.

Auch der kreisrunde Haarausfall kann die Ursache von Stress sein oder durch Stress verstärkt werden. Er macht sich durch kleine, scharf begrenzte kahle Stellen auf dem Kopf bemerkbar. Schreitet der kreisrunde Haarausfall weiter fort, können die kahlen Stellen ineinander übergehen.

Erblich bedingter Haarausfall, der sich bei Männern mit Geheimratsecken, Stirnglatze und Glatzenbildung bemerkbar macht und bei Frauen an immer lichter werdendem Haar um den Mittelscheitel erkennbar ist, wird nicht durch Stress ausgelöst, doch kann er durch Stress verstärkt werden. Bei diesem Haarausfall schüttet der Körper verstärkt Testosteron aus, bei dessen Abbau Dihydrotestosteron entsteht, das die Haarfollikel schädigt. Sind die Haarfollikel bereits geschädigt, haben die Stresshormone leichtes Spiel, um den Haarausfall zu verstärken.

Wie Haarverlust durch Stress entsteht

Stress wirkt sich auf die Nerven aus. Ein dichtes Geflecht aus Nervenfasern, das Botenstoffe des Nervensystems enthält, umhüllt die Haarfollikel. Kommt es zu Stress und dauert er mehrere Wochen oder Monate an, wird die Anzahl der Nervenfasern in der Haut erhöht. Wechseln die Haarfollikel von der Wachstumsphase in die Übergangsphase und entstehen aufgrund von Stress mehr Nervenfasern in der Haut, werden verstärkt Mastzellen gebildet, bei denen es sich um Immunzellen handelt, die zur körperlichen Abwehr dienen. Die Folge sind Entzündungen im Bereich der Haarfollikel. Im Haarbalg sterben die Zellen ab, es kommt zum Haarausfall.

Faktoren, die den Haarausfall durch Stress verstärken

Stressbedingter Haarausfall kann durch Übergewicht verstärkt werden. Stress führt zur Ausschüttung der Hormone Adrenalin und Cortisol. Die Abbauprodukte dieser Stresshormone lagern sich im Fettgewebe des Körpers ein. Durch den Blutkreislauf gelangen sie zu den Haarwurzeln. Sie schädigen Talgdrüsen und Kopfhaut und verstärken den Haarausfall. Die Gefahr von stressbedingtem Haarausfall ist umso größer, je höher der Körperfettanteil ist. Möchten Sie dem Haarverlust durch Stress entgegenwirken, sollten Sie an eine Gewichtsabnahme denken.

Schlafmangel kann den Haarverlust verstärken, wenn Sie ständigem Stress ausgesetzt sind. Stress kann zu Schlafmangel führen, da Sie aufgrund von Stress schlecht schlafen. Die Haarwurzeln regenieren sich in der Nacht. Der Schlafmangel führt dazu, dass sich die Haarwurzeln nicht ausreichend erholen können und die Haare ausfallen.

Stressbedingter Haarausfall – zum Glück umkehrbar

Medikamente können stressbedingten Haarausfall nicht stoppen oder verzögern, doch muss Haarausfall durch Stress kein Dauerzustand sein. Sind die Haarfollikel noch intakt, gehen sie bei Stress von der Wachstumsphase in die Ruhephase über. Bei einem stressbedingten Haarausfall befinden sich viele Haarfollikel in der Ruhephase.

Die Haare werden nicht mehr mit Nährstoffen versorgt und fallen aus. Die Haarfollikel können wieder neue Haare ausbilden, wenn der Stress als Ursache für den Haarausfall beseitigt wird. Zusätzlich können die Haarfollikel mit verschiedenen Behandlungsmethoden wie der Mesohairtherapie, der Sauerstofftherapie oder der PRP-Behandlung mit Eigenblut zur Bildung neuer Haare stimuliert werden. Um den Haarausfall aufzuhalten, sollten Sie den Stress abbauen.

Maßnahmen zur Stressbewältigung

Ist der Stress als Ursache für den Haarausfall nicht mehr vorhanden, können die Haare wieder nachwachsen. Leiden Sie unter beruflichem Stress, sollten Sie über einen Wechsel des Arbeitsplatzes nachdenken oder überlegen, wie Sie den Stress reduzieren können. Auch Stressbewältigungsseminare oder eine Verhaltenstherapie können helfen, den Stress abzubauen.

Haben Sie die Möglichkeit, das autogene Training zu erlernen, können Sie Stress entgegenwirken. Maßnahmen zum Stressabbau können auch Meditation, Yoga oder Atemübungen sein. Leiden Sie unter schwerem psychischem Stress, kann eine Behandlung beim Psychotherapeuten helfen, die Situation wieder in den Griff zu bekommen. Um den Haarverlust durch Stress zu stoppen, wieder zu mehr Lebensqualität zu gelangen und nicht vom Burnout-Syndrom heimgesucht zu werden, ist schnelles Handeln sinnvoll.

Fazit: Stressabbau ist wichtig, um Haarausfall entgegenzuwirken

Stress ist schädlich für den Körper und kann psychischer und körperlicher Natur sein. Der Körper schüttet Stresshormone aus, die sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Die Stresshormone können das Immunsystem schwächen, zu Kopfschmerzen führen oder andere Erkrankungen verursachen. Ein Haarausfall durch Stress kann etwa zwei bis vier Monate nach dem Beginn der Stressphase eintreten, wenn der Stress über längere Zeit andauert. Es kann zu diffusem oder kreisrundem Haarausfall kommen.

Ist der Haarausfall bereits eingetreten, kann er durch Stress verstärkt werden. Übergewicht und Schlafmangel können den Haarausfall verstärken. Der Haarausfall ist jedoch nur vorübergehend. Bauen Sie den Stress ab und kommen Sie wieder zur Ruhe, können die Haare wieder nachwachsen, wenn die Haarfollikel noch intakt sind. Um den Haarausfall durch Stress zu bekämpfen, sollten Sie an verschiedene Maßnahmen zur Stressbewältigung denken.