Viele Menschen, die unter Haarausfall und kahlen Stellen leiden, scheuen eine Haarverpflanzung, da sie Angst vor den Spritzen bei der örtlichen Betäubung haben. Die nadelfreie Haartransplantation ist eine Methode, die sich für Angstpatienten eignet. Das Betäubungsmittel wird mit einem Hochdrucksystem in die Kopfhaut gepresst. Die nadelfreie Haarverpflanzung kann bei verschiedenen Formen von Haarausfall angewendet werden.

Nadelfreie Haartransplantation – keine Schmerzen bei der Betäubung

Ohne örtliche Betäubung kann eine Eigenhaarverpflanzung nicht ausgeführt werden, da die Behandlung sonst zu schmerzhaft wäre. Der Spenderbereich der Haare und der Empfängerbereich werden lokal betäubt. Das erfolgt in der Regel mit Spritzen. Es gibt jedoch inzwischen eine moderne, schonende Methode ohne Nadeln. Für die Injektion des Betäubungsmittels wurde ein neuartiges System entwickelt.

Mit einem Comfort-In-System, das mit Hochdruck funktioniert, wird das Lokalanästhetikum in die Kopfhaut injiziert. Dabei verspüren Sie keine Schmerzen. Sie verspüren lediglich einen leichten Druck auf dem Kopf. Die Nadelfreie Haarverpflanzung hat neben der schmerzfreien örtlichen Betäubung noch weitere Vorteile: Das Betäubungsmittel kann sich besser in der Kopfhaut verteilen und kann schneller wirken.

So erfolgt die Betäubung mit dem Hochdrucksystem

Die Betäubung ohne Injektionsnadel wird mit einem Kolben ausgeführt, in dem sich eine Feder befindet. Der Kolben verfügt am unteren Ende über eine Düse mit einer Öffnung von ca. 0,15 Millimeter. In den Kolben wird das Lokalanästhetikum gefüllt. Am oberen Ende des Systems befindet sich ein Auslöser, der gedrückt werden muss, damit der Kolben nach unten schießt. Auf diese Weise wird das Betäubungsmittel in die Kopfhaut gepresst.

Dabei entsteht ein hoher Druck, der das Betäubungsmittel unter die Haut in das darunterliegende Gewebe bringt. Der Kolben hat nur etwa eine Drittelsekunde Kontakt mit der Kopfhaut. Das umliegende Gewebe wird nicht verletzt, da keine Nadel verwendet wird. Die Gefahr von Infektionen ist bei der nadelfreien Haarverpflanzung deutlich geringer als bei der Betäubung mit Nadeln. Die nadelfreie Haartransplantation verursacht auf der Kopfhaut keine Wunden.

Das Betäubungsmittel kann an den Bedarf des Patienten angepasst werden. Bevor die nadelfreie Haarverpflanzung erfolgt, führt der Arzt mit Ihnen ein Anamnesegespräch. Er befragt Sie zu Ihren Lebensgewohnheiten, bestehenden Erkrankungen, Einnahme von Medikamenten, Allergien und Unverträglichkeiten.

Ablauf der Eigenhaarverpflanzung ohne Nadeln

Entscheiden Sie sich für die nadelfreie Haartransplantation, wird zumeist die DHI- oder CHOI-Methode angewendet. Es handelt sich dabei um eine Weiterentwicklung der FUE-Methode (Follicular Unit Extraction). Die DHI-Methode (Direct Hair Implantation) wird zumeist angewendet, wenn kleinere Bereiche mit Haaren aufgefüllt werden müssen, beispielsweise Geheimratsecken, eine Stirnglatze oder eine kleinere Glatze. Die Haarfollikel werden aus dem Hinterkopf entnommen.

Diese Haare sind besonders robust und zählen fast schon zur Körperbehaarung. Eine Rasur ist bei dieser Form der Haartransplantation nur am Hinterkopf erforderlich. Die nadelfreie Betäubung erfolgt, wenn der Spenderbereich der Haare rasiert wurde. Wirkt das Betäubungsmittel, kann die nadelfreie Haarverpflanzung erfolgen. Die Entnahme der Haare erfolgt nicht ohne Einstiche. Zur Entnahme der Haarfollikel wird eine Hohlnadel verwendet. Die entnommenen Haarfollikel werden in eine Nährlösung eingelegt, bis sie transplantiert werden.

Anders als bei der klassischen FUE-Methode werden bei der nadelfreien Haartransplantation die Haarwurzelkanäle nicht separat mit einer Klinge geöffnet. In einem Arbeitsgang erfolgen die Öffnung der Haarwurzelkanäle und das Einpflanzen in einem Arbeitsgang. Zum Öffnen der Haarwurzelkanäle und zum Einsetzen der Haarfollikel wird ein CHOI-Implanter verwendet.

Da das Einsetzen der Haare zeitaufwendiger als bei der klassischen FUE-Methode ist, kann bei der CHOI-Methode nur eine begrenzte Zahl an Haarfollikeln verpflanzt werden. Müssen größere Bereiche aufgefüllt werden, kann die Haartransplantation in mehreren Sitzungen erfolgen, zwischen denen einige Monate Zeit liegen sollten.

Schmerzen bei der Haartransplantation – was tun?

Sie sollten bei der Haarverpflanzung ohne Nadeln keine Schmerzen verspüren. Das Betäubungsmittel wird ausreichend dosiert. Sollten Sie Schmerzen verspüren, sprechen Sie den Arzt darauf an. Er kann das Betäubungsmittel nachdosieren und auch dafür das Hochdrucksystem ohne Nadeln anwenden. Verspüren Sie Schmerzen nach der Haarverpflanzung, erhalten Sie ein Schmerzmittel.

Die nadelfreie Haarverpflanzung und der Heilungsprozess

Die nadelfreie Haartransplantation zeichnet sich durch einen schnellen Heilungsprozess aus. Sie werden nach der Haarverpflanzung Juckreiz auf dem Kopf verspüren, doch sollten Sie nicht kratzen, da es zu Infektionen kommen könnte und die transplantierten Haare ausgerissen werden könnten. Nach der Eigenhaarverpflanzung treten Rötungen auf der Kopfhaut auf. An den Entnahme- und Transplantationsstellen der Haare bilden sich Krusten. Etwa nach zehn Tagen klingen die Rötungen ab und die Krusten fallen ab. Sie können 48 Stunden nach der Eigenhaarverpflanzung zum ersten Mal das Haar waschen. Zuvor tragen Sie eine Lotion auf den Kopf auf. Sie sollten in den ersten vier Wochen nach der Haarverpflanzung

  • keine körperlich schwere Arbeit verrichten
  • nicht in die Sauna gehen
  • nicht das Solarium besuchen
  • Ihren Kopf mit Mütze oder Hut vor intensiver Sonneneinstrahlung schützen.

Das endgültige Ergebnis sehen Sie etwa ein Jahr nach dem Eingriff. Möchten Sie die nadelfreie Haartransplantation in zwei Sitzungen ausführen lassen, kann die zweite Sitzung nach etwa sechs Monaten erfolgen.

Anwendungsmöglichkeiten der nadelfreien Haarverpflanzung

Die nadelfreie Haarverpflanzung ist für Angstpatienten geeignet, die sich vor den Spritzen bei der örtlichen Betäubung fürchten. Auch dann, wenn Sie nicht zu den Angstpatienten zählen, können Sie sich für die Eigenhaarverpflanzung ohne Nadeln entscheiden. Die nadelfreie Haarverpflanzung wird häufig mit der DHI-Methode angewendet, doch ist sie auch bei anderen Formen der FUE-Methode geeignet.

Sie kann bei erblich bedingtem Haarausfall bei Männern und Frauen angewendet werden. Sie eignet sich auch bei kreisrundem Haarausfall und bei mechanischem Haarausfall, wenn nur kleine Bereiche aufgefüllt werden müssen. Sie eignet sich bei einem diffusen Haarausfall nur dann, wenn am Hinterkopf noch genügend Haare für eine Transplantation vorhanden sind.

Vorteile der Haarverpflanzung ohne Nadeln

Die Haarverpflanzung ohne Nadeln hat einige Vorteile:

  • geeignet für Angstpatienten
  • geringes Infektionsrisiko
  • keine Schmerzen bei der örtlichen Betäubung
  • geringeres Infektionsrisiko
  • weniger Rötungen und Krusten
  • schnellere Heilung.

Fazit: Haarverpflanzung ohne Nadeln – die vorteilhafte und sanfte Variante

Die nadelfreie Haartransplantation ist gut für Angstpatienten geeignet, die sich vor den Spritzen bei der örtlichen Betäubung fürchten. Das Betäubungsmittel wird mit einem Hochdrucksystem injiziert. Sie verspüren auf der Kopfhaut nur einen leichten Druck. Das Betäubungsmittel kann schneller wirken, da es sich schneller in der Kopfhaut verteilt. Das Infektionsrisiko ist geringer, da keine Einstiche erfolgen. Die Transplantation der Haare erfolgt meistens mit der DHI-Methode. Bei dieser Methode werden in einem Arbeitsgang die Haarwurzelkanäle geöffnet und die Haare eingesetzt. Dadurch erfolgt eine schnellere Heilung als bei der klassischen Haartransplantation mit der FUE-Methode.