Männer, die unter erblich bedingtem Haarausfall leiden, können Minoxidil oder Propecia zur Behandlung verwenden. Frauen dürfen Propecia nicht anwenden. Minoxidil ist für Frauen mit erblich bedingtem Haarausfall geeignet, doch hilft es nicht immer. Eine Alternative kann Spironolacton bei Haarausfall sein. Es wirkt nicht bei Männern mit Haarausfall und ist ein Medikament zur Entwässerung.

Spironolacton bei Haarausfall – positiver Nebeneffekt bei Frauen

Spironolacton ist ein Medikament zur Entwässerung (Diuretikum), das bei Männern und Frauen angewendet werden kann. Gleichzeitig ist das Medikament ein Blutdrucksenker. Die verstärkte Harnausscheidung führt zu einer Senkung des Blutdrucks. Das Medikament gehört zu den kaliumsparenden Diuretika, da bei anderen Diuretika eine größere Menge Kalium mit dem Harn ausgeschieden wird.

Mit Hilfe der Nieren reinigt der Körper das Blut von Schadstoffen und Abfallprodukten. Eine wichtige Rolle spielen die Nierenkörperchen, die bei der Reinigung des Blutes Proteine und Blutkörperchen zurückhalten. Zuerst entsteht der Primärharn, in dem noch Salze und Zucker enthalten sind. Gelangt dieser Primärharn durch die Nierenkanälchen, werden die Stoffe, die der Körper noch gebrauchen kann, wieder ins Blut zurückgeführt.

Dabei gelangt auch Wasser wieder ins Blut. Einen wichtigen Beitrag bei der Regulierung des Blutdrucks und des Wasserhaushalts leistet das in den Nebennieren gebildete Hormon Aldosteron. Dieses Hormon wird auch als Dursthormon bezeichnet, da es bei einem Mangel an Flüssigkeit verstärkt ins Blut gelangt. Hier kommt Spironolacton ins Spiel. Es wird bei einem erhöhten Aldosteronspiegel und bei Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödemen) verordnet).

Das Medikament verhindert die Bindung von Aldosteron an den Andockstellen in den Zellen der Nierenkanälchen. Die positive Wirkung von Spironolacton bei Haarverlust bei Frauen tritt ein, da Spironolacton auch die Bildung von männlichen Sexualhormonen verlangsamt, darunter von Testosteron. Spironolacton wird auch zur Behandlung von Akne bei Frauen jenseits der Pubertät angewendet.

Wie Spironolacton bei Haarverlust wirkt

Ein erblich bedingter Haarausfall tritt ein, wenn sich Dihydrotestosteron als Abbauprodukt des männlichen Sexualhormons Testosteron an den Haarwurzeln anlagert und sie schädigt. Da Spironolacton die Bildung von Testosteron unterdrückt, entsteht weniger Dihydrotestosteron, was die Gefahr eines erblich bedingten Haarausfalls verringern kann. Auch Frauen bilden Testosteron. Es wird in den Nebennieren und in den Eierstöcken gebildet.

Spironolacton bei Haarausfall sorgt für eine geringere Bildung dieses Hormons. Die anti-androgene Wirkung von Spironolacton zeigt sich noch auf andere Weise, da es die Bindung von Dihydrotestosteron mit den Androgenrezeptoren verhindert. Studien haben ergeben, dass ein erblich bedingter Haarausfall bei Männern nicht mit Spironolacton behandelt werden kann. Spironolacton wirkt auch nicht bei anderen Arten von Haarverlust, beispielsweise

Haarverlust wird häufig durch Stress, eine Autoimmunerkrankung, die Einnahme von Medikamenten oder Infektionskrankheiten verursacht. Hier zeigt Spironolacton keine Wirkung.

Studien über die Wirkung von Spironolacton bei Haarverlust

In Studien wurde die Wirkung von Spironolacton bei Frauen mit erblich bedingtem Haarausfall nachgewiesen. Eine Studie aus 2015 mit Frauen, die unter erblich bedingtem Haarverlust litten, zeigte bei 75 Prozent der Teilnehmerinnen, dass sich der Haarausfall verzögerte oder dass an kahlen Stellen, die noch nicht lange vorhanden waren, wieder Haare wuchsen. So können Haarfollikel, die noch intakt sind, wieder zur Bildung neuer Haare angeregt werden.

Wie eine Studie von 2017 mit Frauen mit erblich bedingter Alopezie ergab, kann Spironolacton bei Haarausfall auch in Kombination mit Minoxidil verwendet werden. Die Teilnehmerinnen berichteten über einen verstärkten Haarwuchs und über dickeres Haar.

Anwendung, wenn Minoxidil versagt

Propecia mit dem Wirkstoff Finasterid darf nicht von Frauen mit Haarausfall angewendet werden. Minoxidil ist hingegen für Männer und Frauen geeignet und wird auf die Kopfhaut aufgetragen. Es wurde ursprünglich als Blutdrucksenker verwendet. Heute wird es aufgrund der Nebenwirkungen nur dann zur Behandlung von Bluthochdruck genutzt, wenn andere Mittel versagen. Als Haarwuchsmittel verbessert Minoxidil die Durchblutung der Kopfhaut und macht die Haarfollikel widerstandsfähiger gegen Dihydrotestosteron.

Es verbessert die Versorgung der Haarfollikel mit Sauerstoff und Nährstoffen. Zeigt Minoxidil bei Ihnen keine Wirkung oder vertragen Sie es nicht, könnte Spironolacton bei Haarverlust helfen. Sie sollten es nicht eigenmächtig anwenden, da es rezeptpflichtig ist und starke Nebenwirkungen hat. Bevor Sie Spironolacton anwenden, sollten Sie einen Hautarzt konsultieren. Er untersucht Ihre Haare und Ihre Kopfhaut und kann zuerst eine geringe Dosierung von Spironolacton festlegen.

Nehmen Sie Medikamente ein, sollten Sie dem Hautarzt einen Medikamentenplan vorlegen. Es kann zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen. Vertragen Sie Spironolacton gut und bestehen Aussichten auf Erfolg, kann der Arzt die Dosis erhöhen.

Nebenwirkungen von Spironolacton

Bevor Sie Spironolacton bei Haarausfall anwenden, sollten Sie sich über die möglichen Nebenwirkungen informieren und abwägen, ob eine Einnahme sinnvoll ist. Nebenwirkungen können als

  • unregelmäßige oder ausbleibende Regelblutung
  • allergische Reaktionen von Haut und Schleimhaut
  • Magenbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Schläfrigkeit
  • erhöhte Harnsäurewerte und höheres Risiko für Gichtanfälle
  • Herzrhythmusstörungen
  • Berührungsempfindlichkeit der Brust
    auftreten.

Auch wenn keine Daten über die Wirkung von Spironolacton in der Schwangerschaft und Stillzeit vorliegen, sollten Sie das Medikament in dieser Zeit nicht anwenden. Sie sollten es auch nicht anwenden, wenn Sie unter Nierenfunktionsstörungen leiden, da es zu schwerwiegendem Nierenversagen kommen kann.

Fazit: Spironolacton bei Haarverlust wirkt nicht bei Männern

Spironolacton ist ein Diuretikum, das zur Entwässerung und zur Behandlung von Bluthochdruck verwendet wird. Es hemmt die Bildung männlicher Sexualhormone, zu denen Testosteron gehört. Die Verbindung des Abbauproduktes von Testosteron, Dihydrotestosteron, mit Androgenrezeptoren wird verhindert. So kann Spironolacton bei Haarausfall von Frauen wirken, wenn es sich um einen erblich bedingten Haarverlust handelt.

Bei anderen Formen von Haarausfall und bei Männern mit Haarausfall wirkt Spironolacton nicht. Spironolacton kann starke Nebenwirkungen haben und ist rezeptpflichtig. Sie sollten zuerst einen Hautarzt konsultieren, bevor Sie es anwenden. Eine kombinierte Anwendung mit dem Haarwuchsmittel Minoxidil ist möglich.

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