Trichotillomanie

Trichotillomanie

Die Trichotillomanie ist eine Zwangsstörung, bei der sich Betroffene das Haar büschelweise ausreißen. Langfristig führt der schwer zu kontrollierende Zwang zu kahlen Stellen, da die Manipulation der Haare nicht nur die Längen, sondern auch die Follikel betrifft. Sie reißen sich das Haar sprichwörtlich mit der Wurzel heraus, sodass die Anlagen für neuen Haarwuchs nicht mehr gegeben sind.

Stehen Sie unter starken Druck oder sind Sie einer hohen psychischen Belastung ausgesetzt? Vielleicht erwischen Sie sich dabei, in Situationen großer Anspannung in ihr Haar greifen und daran zu reißen? Dann ist es wahrscheinlich, dass es sich um einen Zwang handelt und dass Sie die Manipulation der Haare zur Kompensation eines großen Leidensdrucks vornehmen.

Im Anfangsstadium, das oftmals in der Kindheit und Jugend liegt, sind die Auswirkungen kaum sichtbar. Doch die Zwangsstörung endet in aller Regel nicht von selbst. Wenn Sie nichts dagegen unternehmen, führt dies perspektivisch zu kahlen Stellen auf dem gesamten Kopf. Hauptsächlich an den Stellen, die manipuliert werden. Unabhängig davon, in welchem Stadium Sie sich befinden: die Wiederherstellung Ihrer natürlichen Ästhetik ist möglich, sodass es zu jedem Zeitpunkt eine geeignete Lösung gibt.

In diesem Artikel möchten wir Ihnen nun alles Wissenswerte rund um die Trichotillomanie an die Hand geben. Von den Symptomen, über Ursachen, bis hin zu den Behandlungsmöglichkeiten.

Symptome: Woran erkennt man eine Trichotillomanie?

Das Hauptproblem aller von Trichotillomanie Betroffenen beruht darauf, dass die Haare unbewusst und unkontrolliert ausgerissen werden. Bei einer leichten Zwangsstörung oder im Anfangsstadium merken Sie oft selbst nicht, dass Sie sich in bestimmten Situationen ins Haar greifen und es herausreißen. Doch irgendwann fallen die Lücken im Haarbild dann auf.

Diese sichtbaren Symptome treten meist erst nach sehr langer Zeit und oft bei Menschen auf, deren Zwang sich bereits im fortgeschrittenen Stadium befindet. Hier zeigen sich deutliche lichte Stellen, die nicht selten von einer Kopfhautrötung gezeichnet sind. Durch das büschelweise Ausreißen der Haare mit der Wurzel nimmt Ihre Kopfhaut Schaden. Oft lässt sich das an einer Entzündung mit Hautrötung auf der Kopfhaut erkennen.

In den meisten Fällen sind die Begleitsymptome der Zwangsstörung für Ihre Mitmenschen offensichtlicher als für Sie selbst. Innere Unruhe, unkontrollierte Wutausbrüche mit gleichzeitigem Griff zu Ihrem Haar und schnelle Reizbarkeit können die Zwangsstörung begleiten und sind ein Anlass dafür, Ihr Verhalten in diesen Situationen zu beobachten.

Wickeln Sie öfter eine Strähne Ihres Haares um den Finger oder kauen auf den Haarspitzen? Nehmen Sie solche Symptome ernst, da es sich um die Vorstufe einer Zwangsstörung handeln kann. Da die Trichotillomanie schleichend verläuft, bleibt sie über viele Jahre unerkannt und kann ohne Diagnose und Behandlung unter anderem zu diffusem Haarschwund am Kopf, an den Augenbrauen und zu kahlen Stellen im Bartwuchs führen.

Ursachen: Welche Gründe begünstigen die Zwangsstörung?

Zwangsstörungen wie das Haareausreißen entstehen durch einen hohen Leidensdruck, durch ein Trauma und durch Stress. In den Momenten, in denen Sie zu Ihrem Haar greifen und es herausreißen, haben Sie die Impulskontrolle verloren und steuern Ihr Handeln nicht bewusst.

In Situationen der Unzufriedenheit und starker mentaler Belastung kanalisieren Betroffene ihre Emotionen dadurch, sich ins Haar zu greifen und so kräftig daran zu ziehen, dass es ausgerissen wird. Um diese psychische Krankheit erfolgreich zu behandeln, braucht Ihre Seele Ruhe.

Da die Ursachen in Ihrer Psyche liegen und nicht körperlicher Natur sind, kann die Ursachenbehandlung nur durch eine Verhaltenstherapie beim Psychologen erfolgen. Dieser wird ein ausführliches Krankheitsbild erstellen, um sie gezielt behandeln zu können. Nach der Diagnose können Sie die Heilung selbst unterstützen, in dem Sie eine neue Form der Stressbewältigung lernen und Situationen vermeiden, in denen Sie dem Zwang nicht widerstehen können.

Oftmals leiden Betroffene unter weiteren Zwängen, unter Depressionen und Ängsten. Unzufriedenheit, Sorgen und Langeweile verstärken den Impulskontrollverlust, der letztendlich zum Ausreißen der Haare und den daraus resultierenden Folgen führt. Die Behandlung der Ursache gibt Ihnen die Möglichkeit, Ihr Haar zu schonen die Kontrolle über Ihre Emotionen zurückzuerhalten. Wichtig ist, dass Sie den Haarausfall als Symptom betrachten und die eigentliche Erkrankung, die dazu führt, vom Spezialisten behandeln lassen.

Hinweis: Oft sorgt der Haarausfall als Folge des Ausreißens bei den Betroffenen für zusätzlichen Stress. Dieser kann wiederum eine beschleunigende Wirkung auf einen möglichen genetischen Haarausfall haben.

Behandlungsmöglichkeiten: Was hilft bei Haarausfall durch Trichotillomanie?

Es gibt verschiedene Methoden, mit denen Sie die Folgen der Trichotillomanie behandeln lassen können. Alle Therapien führen nur dann zum Ergebnis, wenn Sie dem Zwang widerstehen und sich demzufolge einer vorangehenden Behandlung der Zwangsstörung selbst unterzogen haben.

Bei leichten Symptomen kann Ihr Haar durch eine Stärkung der Haarwurzeln wieder wachsen. Hier kommen die PRP Behandlung (Eigenbluttherapie) oder die Sauerstofftherapie in Frage. Auch das Microneedling, das die Durchblutung der Kopfhaut fördert und damit die Vitalstoffversorgung der Follikel stärkt, ist eine Behandlungsmöglichkeiten bei Haarschwund durch zwanghafte Manipulation.

Um die richtige Therapie anzuwenden, wird vorab eine Haar- und Kopfhautanalyse durchgeführt. Die genannten Methoden eignen sich nur für Betroffene, in deren Kopfhaut sich lebendige Haarfollikel befinden. Haben Sie sich das Haar mit der Wurzel und in größeren Mengen ausgerissen, ist der Haarverlust irreversibel. Eine Haartransplantation ist dann die einzige wirkungsvolle Behandlung, um dort wieder Haare wachsen zu lassen, wo sie vollständig verloren gegangen sind. Der minimalinvasive Eingriff ist schmerzfrei und wird unter lokaler Betäubung in einer Haarklinik durchgeführt.

Die Voraussetzung für eine Eigenhaarverpflanzung ist, dass Sie über ausreichend gesunde Grafts im Spenderbereich verfügen. Da die Manipulation der Haare meist am Vorderkopf und an den Kopfseiten erfolgt, bestehen gute Chancen, die benötigte Anzahl an Follikeleinheiten am Hinterkopf zu entnehmen und sie in die kahlen Bereiche im Empfängerbereich zu transplantieren.

Entscheidend dafür ist aber, dass Sie die Zwangsstörung absolut unter Kontrolle haben. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Sie die aufwendig transplantieren Haaruwurzeln herausreißen. Deshalb ist der erste Schritt die Arbeit mit Ihrem Psychologen. Nach erfolgreicher Behandlung wird der Status Ihres Haarbildes begutachtet. Gemeinsam mit einem Haarexperten die beste Lösung besprechen können, um schon bald wieder volles Haar zu bekommen.

Lässt sich Haarausfall durch Zwangsstörung langfristig behandeln?

Je früher Sie sich die Zwangsstörung eingestehen und eine effektive Behandlung anstreben, desto besser. Die Chancen dafür steigen, dass Ihr Haar wieder wächst. Die Therapie der Trichotillomanie steht vor der Symptombehandlung und ist die Basis, um das durch langjährige Manipulation verlorene Haar nachwachsen zu lassen.

Bei starker Symptomatik, zum Beispiel, wenn die Kopfhaut bereits durch den lichten Haarwuchs schimmert, kann eine Haarverpflanzung zu neuem Selbstbewusstsein durch neuen Haarwuchs führen. Es ist einzelfallabhängig, ob ein minimalinvasiver Eingriff nötig ist. Oft reicht es auch, die geschwächten Haarwurzeln mit Sauerstoff und Vitalstoffen zu stärken. Sinn macht die Operation definitiv nur, wenn die Trichotillomanie erfolgreich bekämpft wurde.

Die Behandlung der Zwangsstörung hat also definitiv Vorrang. Sie dient neben der zukünftigen Schonung Ihrer Haare in erster Linie Ihrer Psyche. Viele Betroffene konzentrieren sich nach erfolgreichen Therapie und der Wiederherstellung des Haarwuchses auf Entspannungstechniken wie Yoga und Meditation. So lässt sich das Problem langfristig deutlich leichter beheben.

Nachdem Sie die Kontrolle über Ihre Impulse wieder haben, können Sie einen Termin für die Symptombehandlung vereinbaren und Ihrem Haarwuchs eine Chance geben. Noch einmal unser Appell: Eine Haartransplantation ist nur sinnvoll, wenn der Zwang vollständig behandelt ist. Wenn Sie sich für einen Besuch in der Haarklinik entscheiden, sollten Sie offen über den Grund für Ihren Haarausfall sprechen und ehrliche Auskünfte über Ihr aktuelles Befinden geben.

Haben Sie Fragen rund um die Zwangsstörung, sich büschelweise Haare auszureißen? Dann zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Nutzen Sie zudem gerne unsere kostenlose Haaranalyse, um eine unverbindliche Einschätzung durch unsere Haarexperten zu erhalten.

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