Haarwachstum im Normalfall

Haarwachstum im Normalfall

Die durchschnittliche Menge an Haaren auf dem Kopf eines Europäers liegt bei 100.000 Stück. Jedes einzelne Haar wächst pro Tag ungefähr 0,3 Millimeter – das ergibt in der Summe einen Haarwuchs von 30 Metern pro Tag. Von Haarausfall ist die Rede, wenn Ihr Haarwachstum vom Normalfall abweicht und wenn Sie pro Tag mehr als 100 Haare verlieren.

Für den normalen Wuchs benötigen die Haarfollikel wichtige Vitalstoffe, sauerstoffreiches Blut und eine gesunde Kopfhaut als Grundlage. Alle hormonellen oder umweltbedingten Veränderungen, Erkrankungen und Medikationen sowie sonstige Einflüsse können die Wachstumsphase der Haare durcheinander bringen und für eine Abweichung vom Normalfall sorgen.

Lesen Sie, wie das Haarwachstum im Normalfall abläuft, welche Phasen es gibt, wodurch die Wachstumsprozesse gestört werden können und was die Haare für ein normales Wachstum benötigen.

Wie sich das Haarwachstum im Normalfall gestaltet

Der Haarwuchs setzt sich aus drei aufeinander aufbauenden Phasen, den Haarwuchszyklen zusammen. Im Zeitraum von zwei bis sechs Jahren wächst Ihr Haar, ehe es in eine durchschnittlich zweiwöchige Übergangsphase eintritt. Im Übergang ruht der Haarwuchs und die Follikel bereiten sich auf die letzte, die Ruhephase von zwei bis vier Monaten vor.

Das ist der Zeitraum, in dem das Haar nicht wächst und nach dem es im Normalfall ausfällt. Sind die Zyklen verschoben oder werden durch unterschiedliche Einflüsse beeinträchtig, verkürzt sich die Wachstumsphase deutlich und das Haar tritt zu früh in die ebenfalls verkürzte Ruhephase ein.

Die Unterbrechung des natürlichen Ablaufs kann mehr oder minder stärkeren Haarschwund in reversibler oder unwiderruflicher Ausprägung begünstigen. Beginnt der Zyklus nach dem Verlust der Haare nicht von vorne, kommt es zur Glatzenbildung auf Basis einer Abweichung im Haarwachstum vom Normalfall.

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Der Haarwuchs in drei Phasen

Die Wachstumsphase, also die Anagenphase betrifft bei einem gesunden Haarwuchs rund 85 Prozent aller Kopfhaare. Das Haar erreicht im Zeitraum von zwei bis sechs Jahren eine Länge, die sich aus dem täglichen Wuchs von 0,3 Millimetern ergibt und nicht unbeträchtlich ist. Nun beginnt die Übergangsphase, die im Fachjargon Katagenphase genannt wird. Es werden immer neue Zellen gebildet, die sich den Haarkanal hinaufschieben.

Die Folge: Die Haare wachsen. Da ein Kopfhaar täglich etwa 0,35 Millimeter länger wird, sind es pro Monat rund ein Zentimeter. In zwei bis sechs Jahren können die Haare somit eine Länge von 25 bis 70 Zentimeter erreichen. In der danach folgenden Übergangsphase kommt die Zellteilung zum Erliegen, sodass die Haarwurzeln nicht mehr versorgt werden und schrumpfen. In dieser Phase befinden sich bis zu drei Prozent der Wurzeln. Sie dauert circa zwei Wochen.

In den nächsten zwei Wochen endet die Zellteilung, da die Haarwurzel nicht mehr mit Vitalstoffen versorgt wird und letztendlich schrumpft. In der eigentlichen Ruhephase (Telogenphase) stellt sich der Stoffwechsel im Follikel vollständig ein und das Haar fällt aus. Beim Haarwachstum sind im Normalfall maximal 15 Prozent aller Haare in der Telogenphase, während die bereits 85 Prozent erwähnten Haare im Wachstum sind. Jedes ausfallende Haar versetzt den Zyklus zurück ins Anfangsstadium und der Prozess des Haarwuchses beginnt von Neuem.

Ein Follikel kann diese Prozesse zwischen 10 und 30 Mal durchlaufen, ehe er dauerhaft abstirbt und kein neues Haar mehr ausbildet. Bei Haarausfall handelt es sich um eine Störung der Zyklen, die im Regelfall zur Verkürzung der Wachstumsphase und damit zum schnelleren Eintritt in die Ruhephase führt.

Der Haarverlust in der Ruhephase ist ein absolut natürlicher Prozess, sodass kein Grund zur Sorge besteht. Jeder verliert pro Tag bis zu 100 Haare, da sie sich in der Ruhephase befunden haben. Erst wenn die Anzahl größer ist, könnte unnatürlicher Haarverlust vorliegen.

Mit dem Eintritt in diese Ruhephase fallen die Haare nicht sofort aus, sondern befinden sich zunächst im Ruhezustand ohne Wachstum. Daraus resultiert die Bezeichnung. Der Follikel stellt seine Aktivitäten ein und das Haar ist weniger verankert. Erst gegen Ende der Ruhephase werden die Haare abgestoßen und abgelöst. Im Haarfollikel bildet sich zu dieser Zeit schon das neue Haar. Die Telogenphase dauert ungefähr zwei bis vier Monate.

Die Phasen des Haarzyklus werden durch Hormone und Wachstumsfaktoren gesteuert. Männliche Hormone wie Testosteron oder DHT sind dabei die Hauptregulatoren. Hormonschwankungen können die Phasen erheblich beeinflussen, den Wachstumszyklus verschieben und Haarverlust fördern. Dies gilt für Männer und Frauen gleichermaßen. So gibt es verschiedene Faktoren, die den Haarwuchs beeinflussen.

Haarschwund ist eine Störung der Wachstumsprozesse

Die Natur reguliert das Haarwachstum im Normalfall, so dass Sie sich über den täglichen Verlust von bis zu 100 Haaren keine Gedanken machen müssen. Doch es gibt eine ganze Bandbreite an Einflüssen, die die Zyklen unterbrechen und zu Haarschwund in problematischer Ausprägung führen. Störungen im Hormonhaushalt, eine Überempfindlichkeit gegen aus Testosteron gebildetes DHT oder eine Veränderung der Durchblutung und damit der Grundlage der Haarwurzelversorgung beschleunigen die aufeinander aufbauenden Phasen.

Auch Erkrankungen der Haarwurzel können zur Wuchsstörung führen und letztendlich für dünner werdendes Haar mit dem Risiko der Kahlköpfigkeit führen. Bei Haarausfall verlieren Sie nicht nur das abgestorbene Haar, sondern müssen mit dem Verlust des gesamten Follikels rechnen.

Vor allem in den Bereichen der Schläfen und auf dem Oberkopf bei Männern, sowie am Scheitelansatz bei Frauen können Einflüsse von außen oder Erkrankungen zu verfrühtem und Ihr Selbstbewusstsein einschränkendem Haarschwund führen.

Was das Haar für einen normalen Wuchs benötigt

Sie selbst leisten einen essenziellen Beitrag für gesundes Haar und den von Natur aus gegebenen Wuchs. Die vitamin- und vitalstoffreiche Ernährung, die Vermeidung von Stress und ausreichend Schlaf sorgen für einen ausgeglichenen Stoffwechsel. Ihr Haarwuchs steht im direkten Zusammenhang mit dem Stoffwechsel und wird vom Sauerstoff- und Vitalstoffgehalt Ihres Blutes beeinflusst.

Es gibt viele haarwuchsbegünstigende Nahrungsmittel, durch die Sie für den normalen Wuchs und die Vermeidung des Haarausfallrisikos sorgen können. Ausnahmen bestätigen die Regel. Die Einnahme von Medikamenten mit Nebenwirkungen, starke psychische Belastungen oder eine Erkrankung können den Haarwuchs unterbrechen.

Ein Dermatologe findet in der Haaranalyse und in einer Blutuntersuchung heraus, ob Ihr Haar normal wächst oder ob Sie unter Haarschwund leiden. An den Follikeln lässt sich unter dem Mikroskop erkennen, in welcher Phase des Zyklus sie sich zum Zeitpunkt der Untersuchung befinden. Sind mehr als 15 Prozent aller Haare in der Ruhephase, ist von Haarschwund und einer Abweichung im Haarwachstum zum Normalzyklus die Rede.

Haartransplantation: Wenn nichts hilft oder die Psyche zu sehr leidet!

Bei einer Haarverpflanzung werden aus einem dicht behaarten Kopfbereich eigene Haarwurzeln entfernt, um sie in kahle Stellen zu verpflanzen und sich wieder an vollem Haar zu erfreuen. Diese Lösung ist langfristig und nachhaltig und dank der modernen Verfahren wie der FUE-Transplantation sehr schonend.

Fazit | Haarprobleme? So lässt sich der Normalfall wieder herstellen!

Viele Probleme mit dem Haarwuchs sind hausgemacht. Das gesunde Haarwachstum ist im Normalfall so aufgebaut, dass sich der Großteil Ihrer Haare im Wachstum und nur ein verschwindend geringer Anteil in der Ruhephase befinden. Verschiebt sich diese Verteilung, kommt es zu sichtbarem Haarschwund mit Glatzenbildung. Um das zu vermeiden, sollten Sie frühzeitig mit einem Dermatologen sprechen und sich auf Basis einer Diagnostik die Möglichkeit der Behandlung verschaffen.

Sofern die Ursache für den Haarschwund heilbar ist und kein genetischer Einfluss vorliegt, reguliert sich das Symptom Haarausfall selbstständig. In allen anderen Fällen besteht die Möglichkeit, durch ein Eigenhaarimplantat kahle Stellen aufzufüllen und dem Haarwuchs eine neue Chance zu geben.

Der minimalinvasive Eingriff ist schmerzfrei und überzeugt durch eine Erfolgsrate von 95 Prozent. Um Eigenhaar zu implantieren, entnimmt Ihnen das Behandlungsteam der Haarklinik verpflanzungsfähige Grafts im Spenderbereich und bringt diese mit einer mikrofeinen Hohlnadel unter lokaler Betäubung im Empfängerbereich ein. Nach der maximal sechsmonatigen Heilungsphase wächst Ihr Haar im Normalzyklus.

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