Haarausfall durch Übersäuerung – Wie Haarverlust und der Säure-Basen-Haushalt zusammenhängen

Haarausfall, der Säure-Basen-Haushalt

Kann es tatsächlich zu einem Haarausfall durch Übersäuerung kommen? Jeder Mensch verliert jeden Tag eine gewisse Anzahl von Haaren. Das Haar tritt zu einem bestimmten Zeitpunkt in die Ruhephase ein und macht Platz für neue Haare in der Wachstumsphase. Die Zahl der Haare, die jeder Mensch verliert, ist schwankend. Das etwa 60 bis 100 Stück täglich ausfallen, ist ein gewöhnlicher Prozess im sogenannten Haarzyklus. Kritisch wird es erst dann, wenn die ausgefallenen Haare nicht mehr nachwachsen oder morgens auf einmal eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Haaren im Waschbecken liegt.

Die häufigste Ursache für Haarverlust bei Männern und Frauen ist der erblich bedingte Haarausfall also die androgenetische Alopezie. Auch diffuser Haarausfall, bei dem das Haar über den gesamten Kopf verteilt ausdünnt, zählt dazu. Letzterer kann auch durch die Übersäuerung des eigenen Körpers entstehen. Denn diese führt zu einem Mineralstoffmangel und dazu, dass schlussendlich die Haarwurzeln nicht mehr ausreichend mit essentiellen Nährstoffen versorgt werden.

In diesem Artikel möchten wir Ihnen genau zeigen, inwiefern die Übersäuerung zu Haarausfall führt. Außerdem erfahren Sie, wie Sie Ihren Säure-Basen-Haushalt wieder ins Gleichgewicht bringen und das Haarwachstum wieder fördern können.

Säure-Basen-Haushalt & pH-Wert – was ist das überhaupt?

Vereinfacht gesagt kann unser Körper nur dann richtig funktionieren, wenn der pH Wert des Gewebes, des Blutes und der Organe im richtigen Bereich liegen. Die Skala reicht hier von 1 (was sehr „sauer“ bedeutet) bis hin zu 14 (was wiederum sehr alkalisch bedeutet). Der Neutralwert liegt bei 7.

Der pH Wert der einzelnen Organe unterscheidet sich zum Teil extrem. So liegt der Wert unseres Blutes etwa zwischen 7,34 und 7,45 (ist also eher basisch), der des Magens hingegen zwischen 1 und 4 (ist also eher sauer). Unser Körper kann durch unterschiedliche Puffersysteme diesen Säure-Basen Haushalt im Gleichgewicht halten, wobei das Blut immer an erster Stelle steht.

Damit dieses ausgeklügelte System richtig funktionieren kann, benötigt es verschiedene Mineralstoffe, um die Säuren zu neutralisieren. Diese müssen dem Körper von außen über die Nahrung oder eine Nahrungsergänzung zugeführt werden, da er selbst nicht in der Lage ist, diese selbst zu produzieren. Geschieht die Mineralienzufuhr nicht, kann das System nicht mehr aufrecht erhalten werden und der Körper übersäuert langsam. Eine Folge dessen kann dann eben auch der Haarausfall durch Übersäuerung sein.

Wie kommen die Säuren überhaupt in unseren Körper?

Die erste Quelle für die Aufnahme von Säuren stellt natürlich unsere Ernährung dar. Doch das ist natürlich nicht der einzige Weg, wie Säuren in unseren Körper gelangen. Auch übermäßiger Stress wirkt sich (negativ) auf unseren Säure-Haushalt aus. Genauso ist auch Bewegungsmangel ein Faktor, den man bei einer möglichen Übersäuerung immer mit einbeziehen sollte. Denn durch mangelnde Bewegung verlangsamt sich wiederum der Stoffwechsel, der ein Verbündeter im Kampf gegen die Säuren ist. Auch gewisse Medikamente wie beispielsweise Antibiotika oder Schmerzmittel können ihren Teil dazu beitragen, dass der Körper übersäuert.

Warum kommt es zum Haarausfall durch Übersäuerung?

Der Körper benötigt Mineralstoffe, um die Säuren zu neutralisieren. Werden diese nicht in ausreichender Form von außen zugeführt (zum Beispiel über das Essen oder über Supplements) greift er auf die körpereigenen Mineralstoffdepots zurück, die ihm zur Verfügung stehen. Zuerst werden dann die Reserven aufgebraucht, die nicht lebensnotwendig sind. Dazu zählen beispielsweise die verfügbaren Mineralstoffe in Zähnen und Knochen, aber eben auch die körpereigenen Zellen im Haarboden bzw. der Kopfhaut. Letztere sind im “Überlebensmodus” schnell verfügbar, da Haare für unseren Körper Haare nicht zwingend existenziell sind.

Fakt ist: Ist eine Quelle leer und wird nicht aufgefüllt, geht der Körper an die nächste. Wo genau der Körper die Mineralien als erstes oder nächstes nutzt, ist sogar genetisch festgelegt. Das könnten beispielsweise die Haare, Zähne, Knochen, Knorpel, aber auch bestimmte Organe sein. Diffuser Haarausfall durch Übersäuerung ist also nur ein Symptom von vielen, das auf eine Übersäuerung des Körpers hinweisen kann.

Weitere Symptome können zum Beispiel…

  • Bluthochdruck
  • Übergewicht
  • Ständiges Sodbrennen
  • Hautunreinheiten
  • Allergien
  • Ständige Müdigkeit/Antriebslosigkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • oder ein geschwächtes Immunsystem sein.

Das ist nur eine kurze Übersicht über die Symptome, die bei einer Übersäuerung des Körpers auftreten können.

Prävention gegen Haarausfall durch Übersäuerung

Die beste und langfristig wirksamste Vorbeugung gegen eine Übersäuerung des Körpers beruht auf einer basischen Ernährungsweise. Bei einem pH-Wert von unter 7,35 liegt eine Übersäuerung und damit ein Problem mit dem Stoffwechsel vor. Die Azidose ist keine Erkrankung im eigentlichen Sinne, sondern eine Störung des Stoffwechsels, die allerdings Krankheiten begünstigen und zu Symptomen wie Haarschwund führen kann.

Wenn Sie präventiv gegen eine Verschiebung im Säure-Basen-Haushalt vorgehen möchten, sollten Sie in erster Linie selbstkritisch auf Ihre Ernährungsgewohnheiten blicken. Wichtig ist, dass Sie sich von der Annahme lösen, dass saure Lebensmittel – so zum Beispiel die Zitrone, zur Übersäuerung führen. Entgegen der weit verbreiteten Meinung, wird die Zitrone basisch verstoffwechselt und ist daher ein positives Lebensmittel auf Ihrer Liste. Ein Hauptrisiko für die Übersäuerung des Körpers ist Fastfood. Bei einer häufigen oder gar hauptsächlichen Ernährung mit Fertigprodukten entsteht ein Zusatzrisiko durch den Mangel an Vitaminen und wichtigen Mineralstoffen.

Der Haarwuchs vieler Betroffenen reguliert sich selbstständig, wenn sie auf gesundes Essen umstellen und durch eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten dafür sorgen, dass der Stoffwechsel wieder vital wird und funktioniert. Doch bei einer langfristigen, über mehrere Jahre “aufgebauten” Übersäuerung ist es ratsam, sich von einem Ernährungsexperten unterstützen zu lassen.

Säurebildende Lebensmittel – basische Lebensmittel

Wie schon mehrfach erwähnt sind die richtige Ernährungsweise und die ausgewogene Aufnahme von Mineralien Bausteine, die helfen können, den Säure-Basen Haushalt im Körper wieder zu stabilisieren und dem Haarausfall entgegenzuwirken. Vitamine wie Biotin oder auch Mineralstoffe wie Zink und Eisen sind beispielsweise wichtige Nährstoffe.

Doch wie erkennt man jetzt förderliche Lebensmittel, um den eigenen Säure-Basen-Haushalt ins Gleichgewicht zu bringen? Entsprechende Lebensmittel lassen sich leider nicht daran erkennen, ob sie sauer schmecken oder nicht. Ganz so einfach ist es leider dann doch nicht. Das beste Beispiel ist die Zitrone. Diese schmeckt zwar sauer und enthält auch Zitronensäure, wird aber vom Körper basisch verstoffwechselt. Vollmilchschokolade hingegen die ja eher süß schmeckt, ist dank ihres hohen Zuckeranteils säurebildend.

Grundsätzlich gilt: bleiben nach der Verdauung und dem Abbau eines Lebensmittels im Körper mehr basische als saure Produkte übrig, wird ein Lebensmittel als basisch kategorisiert. Unter den Lebensmitteln gibt es sowohl gute, als auch schlechte Säurebildner. Bevorzugen bzw. vermeiden sie diese jeweils, um den Haarausfall durch Übersäuerung schnellstmöglich zu stoppen. Es braucht also keine chemischen Mittel, sondern meist lediglich eine gezielte Umstellung auf eine bewusste Ernährungsweise.

Gute Säurebildner (nährstoffreich, fördern einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt)

  • Haferflocken
  • Vollkornreis
  • Hirse
  • Nüsse
  • Tofu

Schlechte Säurebildner (verarbeitet, können die Wachstumsfaktoren beeinträchtigen)

  • Fast Food
  • Milchprodukte
  • Weismehlprodukte
  • Glutenhaltige Produkte
  • Industriezuckerhaltige Produkte
  • Stark verarbeitete Sojaprodukte
  • Koffeinhaltige Produkte
  • Alkohol

Detox: Auch eine gut geplante Entsäuerung des Körpers mit Kartoffeln, Blatt- und Wurzelgemüse, Obst, stillem Wasser und Wildkräutern kann helfen, den pH-Wert wieder ins Gleichgewicht zu bringen und den Stoffwechsel zu fördern.

Wie wird der pH-Wert gemessen?

Ob der eigene Säure-Basen-Haushalt „sauer“ ist oder nicht, wird im Urin nachgemessen. Dafür gibt es spezielle Teststreifen, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind. Die Messungen sollten über mehrere Tage verteilt zu verschiedenen Uhrzeiten erfolgen. Am besten dreimal, besser noch fünf bis sechsmal. Morgens ist der Urin am sauersten, da der Körper über Nacht einiges an Säuren abgebaut hat.

Ernährungs- und bewegungsumstellung gegen die Übersäuerung des eigenen Körpers

Eine grundlegende Ernährungsumstellung ist also logischerweise der erste Schritt im Kampf gegen den Haarausfall wegen Übersäuerung, weg von ungesunden und chemischen Lebensmitteln die stark verarbeitet sind hin zu natürlichen Lebensmitteln in Bio Qualität. Es ist im Grunde eine positive Veränderung des eigenen Lebensstils. Gesund zu essen bedeutet übrigens NICHT – wie vielleicht vom einen oder anderen befürchtet – fade und langweilig, sondern lecker und abwechslungsreich.

Abgerundet wird das ganze durch einen hochwertigen Supplementplan (Nahrungsergänzungsmittel) sowie einen Sport- beziehungsweise Bewegungsplan. Der richtige Lifestyle kann also durchaus ein Verbündeter im Kampf gegen den Haarausfall sein. Eine gesunde Kopfhaut mit einem ausgewogenen Mineralhaushalt kann zudem dafür sorgen, dass die androgenetische Alopezie verzögert wird.

Ist übersäuerungsbedingter Haarausfall reversibel und behandelbar?

Grundsätzlich ist der Haarausfall durch Übersäuerung ein umkehrbares Symptom. Die Grundlage dafür beruht allerdings auf einer Umstellung Ihrer Ernährung, mit der Sie frühzeitig beginnen sollten. Wird das Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt nicht oder zu spät erkannt, kann es sein, dass Ihr Haar bereits mit der Wurzel ausgefallen ist und nie wieder nachwächst. In diesem Fall kann auf den betroffenen Arealen kein neuer Haarwuchs entstehen, da die Wurzel nicht mehr vorhanden oder vollständig abgestorben ist. Nur eine professionelle Haartransplantation kann dann dort wieder Haare wachsen lassen, wo sie eigentlich unumkehrbar ausgefallen waren.

In der Praxis hat sich die frühzeitige Umstellung auf basische Kost bewährt und einem Großteil der Betroffenen dabei geholfen, den Haarwuchs zu kräftigen und das Voranschreiten des Haarverlustes aufzuhalten. Verzichten Sie dafür auf Fastfood und auf chemisch behandelte Lebensmitteln. Convenience-Produkte sind der hauptsächliche Verursacher einer Verschiebung des pH-Wertes und allen darauf beruhenden Problemen. Bedenken Sie, dass sich die Übersäuerung nicht nur auf Ihren Haarwuchs sondern auf Ihren gesamten Körper auswirkt. Auch häufiges Sodbrennen und Hautprobleme können die Folge einer Stoffwechselstörung sein.

Denken Sie bei plötzlich auftretendem Haarschwund darüber nach, wie Sie sich ernähren und holen Sie immer auch den Rat eines Arztes ein. In den meisten unerwarteten Haarproblemen finden Sie die Problemlösung in Ihren Ernährungsgewohnheiten. Sie können Ihr Haar retten und ihre Gesundheit schützen, wenn Sie nach Erkennen der ersten Symptome direkt handeln.

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit den Informationen und Tipps aus diesem Beitrag weiterhelfen konnten. Haben Sie Fragen zum Haarausfall durch Übersäuerung? Dann schreiben Sie uns gern eine Nachricht. Nutzen Sie auch gern unsere kostenlose Haaranalyse, um sich eine unverbindliche Expertenmeinung zu Ihrer derzeitigen Haarsituation einzuholen. Wir wünschen Ihnen alles Gute und schnellstmöglich wieder volles Haar!

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