Eine Haartransplantation kann Ihnen bei Haarausfall wieder zu mehr Lebensqualität verhelfen. Krusten nach der Haartransplantation sind völlig normal, da sie ein Zeichen der Abheilung sind. Die Krusten nach der Haarverpflanzung dienen zum Schutz der Wunde. Mit den neuen Methoden ist die Krustenbildung nur gering. Mit dem richtigen Verhalten tragen Sie zum Abheilen bei.

Krusten nach der Haartransplantation als Bestandteil des Heilungsprozesses

Bei einer Eigenhaarverpflanzung werden die Haarfollikel aus dem Spenderbereich entnommen und in den Empfängerbereich eingepflanzt. Die Kopfhaut wird bei der Entnahme der Haarfollikel und bei der eigentlichen Transplantation verletzt. Dabei entstehen kleine Wunden. Im Empfängerbereich werden Schnitte mit dem Skalpell oder Stiche mit der Nadel ausgeführt, um die Kanäle für die Aufnahme der Haarfollikel zu öffnen. Sind die Haarfollikel eingepflanzt, kann der Heilungsprozess beginnen.

Das Immunsystem wird aktiv. Die im Blut enthaltenen Thrombozyten (Blutplättchen) bilden Krusten an den Entnahme- und Empfängerstellen. Die Krusten dienen zum Stoppen der Blutung und zum Schutz der Wunden vor Schweiß, Staub und anderen Verunreinigungen. Die Krustenbildung setzt zumeist schon wenige Stunden nach dem Eingriff ein. Im weiteren Verlauf trocknen die Krusten.

Wie Sie zum Heilungsprozess beitragen

Während sich Krusten bilden und die Wunden verheilen, kommt es zu Juckreiz auf der Kopfhaut. Jetzt kommt es auf Selbstdisziplin an. So unangenehm dieser Juckreiz auch sein mag, dürfen Sie nicht kratzen. Es könnte zu Infektionen kommen. Die Krusten könnten abgerissen werden. Der Wundheilungsprozess wird durch Kratzen gestört. Sie könnten durch Kratzen die transplantierten Haare ausreißen. Zu einem guten Heilungsprozess und zum schnellen Abheilen der Krusten können Sie mit dem richtigen Verhalten nach der Eigenhaarverpflanzung beitragen:

  • in den ersten Tagen ein Stirnband tragen, um Schwellungen durch das Entweichen des Betäubungsmittels im Stirnbereich und an der Augenpartie zu vermeiden
  • in den ersten fünf Nächten auf dem Rücken und auf einem Nackenkissen schlafen
  • in den ersten zehn Tagen nach dem Eingriff keinen Alkohol trinken
  • erst 48 Stunden nach dem Eingriff zum ersten Mal die Haare waschen
  • in den ersten beiden Wochen nach der Haartransplantation körperliche Anstrengung meiden und keinen Sport treiben
  • im ersten Monat nach der Haarimplantation nicht in die Sauna und ins Solarium gehen und Sonneneinstrahlung vermeiden.

Sie müssen nach der Haarverpflanzung ein Antibiotikum einnehmen, um Infektionen zu vermeiden und zum Abheilen der Krusten nach der Haarverpflanzung beizutragen.

Was Sie beim Waschen der Haare beachten sollten

Bevor Sie sich 48 Stunden nach der Haarverpflanzung zum ersten Mal das Haar waschen dürfen, müssen Sie eine Lotion auf die Kopfhaut auftupfen. Diese Lotion enthält Biotin und trägt zum Abheilen der Krusten bei. Sie sollte etwa 45 Minuten einwirken, bevor sie mit mittlerem Druck und lauwarmem Wasser abgespült wird. Um die Krusten nicht abzureißen, dürfen Sie beim Ausspülen nicht rubbeln.

Nach dem Abspülen der Lotion tragen Sie das Spezialshampoo auf, das ebenfalls Biotin enthält und das Abheilen der Krusten fördert. Das Shampoo sollte einige Minuten einwirken. Mit lauwarmem Wasser und mittlerem Druck spülen Sie das Shampoo ohne Rubbeln aus. Sie sollten zum Trocknen der Haare kein Baumwollhandtuch verwenden. Besser geeignet ist ein glattes Tuch.

Am besten trocknet das Haar an der Luft. Auf Föhnen sollten Sie verzichten, denn das schadet den transplantierten Haarfollikel. In den kommenden zehn Tagen sollten Sie täglich das Haar waschen und vor dem Waschen die Lotion auftragen. Danach können Sie die Lotion weglassen und wieder Ihr gewohntes Shampoo verwenden.

Abheilen der Krusten nach der Haartransplantation

Sie sollten während des Heilungsprozesses nicht versuchen, die Krusten zu entfernen. Das kann zu Infektionen führen. Im Transplantationsbereich könnten die Haarfollikel ausgerissen werden, wenn sie noch nicht fest in der Kopfhaut verankert sind. Abhängig von der angewendeten Methode der Eigenhaarverpflanzung fallen die Krusten nach der Haarverpflanzung nach 10 bis 14 Tagen von selbst ab. Sind die Krusten abgefallen, ist der Heilungsprozess abgeschlossen. Die Haarfollikel sind angewachsen. Die Kopfhaut ist in dieser Zeit noch empfindlich und sollte daher vor Sonneneinstrahlung und Hitze geschützt werden. Sie sollten körperliche Anstrengung vermeiden, um nicht zu schwitzen.

Starke Krustenbildung mit der FUT-Methode

Wie stark die Krustenbildung nach der Eigenhaarverpflanzung ist, hängt von der Methode ab. Bei der FUT-Methode (Follicular Unit Transplantation) wird vom Hinterkopf ein Streifen der behaarten Kopfhaut entnommen, der etwa einen Zentimeter breit und bis zu 20 Zentimeter lang ist. Die Entnahmestelle muss vernäht werden. An der Entnahmestelle bilden sich Krusten, die nach etwa 14 Tagen abheilen. Aufgrund der entstehenden bleibenden Narbe und der großen Wunde stellt diese Methode für den Patienten eine größere Belastung dar. Sie wird daher heute nur noch selten angewendet.

Geringere Krustenbildung mit den neuen Methoden

Die Haarverpflanzung wird heute hauptsächlich mit der FUE-Methode (Follicular Unit Extraction) ausgeführt. Diese Methode ist für den Patienten schonender als die FUT-Methode und ist durch eine geringere Krustenbildung gekennzeichnet. Die Haarfollikel werden aus dem Spenderbereich mit einer Hohlnadel entnommen. Dabei entstehen punktförmige Verletzungen, die nicht vernäht werden müssen. An diesen Stellen bilden sich Krusten nach der Haartransplantation, die schneller abheilen als bei der FUT-Methode. Krusten nach der Haarverpflanzung bilden sich auch im Empfängerbereich der Haare, genau wie bei der FUT-Methode.

Auf der Basis der FUE-Methode wurden verschiedene noch sanftere Methoden entwickelt, beispielsweise die Diamant-Methode, bei der die Schnitte im Transplantationsbereich mit Diamantklingen ausgeführt werden, und die FUE-Saphir-Methode, bei der die Schnitte mit Saphirklingen erfolgen. Die Schnitte sind bei diesen Methoden noch präziser als bei der FUE-Methode. Das führt zu einer noch geringeren Krustenbildung im Transplantationsbereich und einer noch schnelleren Heilung.

Bei der DHI-Methode (Direct Hair Transplantation) werden die Kanäle im Transplantationsbereich nicht separat geöffnet. In einem Arbeitsgang erfolgen die Öffnung der Transplantationskanäle und das Einpflanzen der Haare. Die Transplantationsstellen sind nur klein und heilen mit wenigen Krusten ab. Noch präzisere Ergebnisse und weniger Krusten ermöglicht die SDHI-Methode als Kombination der Saphir-Methode mit der DHI-Methode. An der Haarlinie werden die Haare mit der Saphir-Methode eingepflanzt, da eine höhere Haardichte erreicht wird. Der übrige Bereich wird mit der DHI-Methode aufgefüllt.

Fazit: Krustenbildung nach der Haarverpflanzung ist normal

Bei der Haarverpflanzung wird die Kopfhaut im Spender- und im Empfängerbereich verletzt. Krusten nach der Haartransplantation schützen die Wunde vor Verunreinigungen und sind ein wichtiger Bestandteil des Heilungsprozesses. Sie sollten diese Krusten nicht entfernen, da das zu Infektionen führen kann. Die Krusten nach der Haarverpflanzung fallen nach 10 bis 14 Tagen von selbst ab. Bei den neuen, sanften Methoden der Haartransplantation ist die Krustenbildung nur gering, was zu einem schnellen Heilungsprozess führt. Mit dem richtigen Verhalten nach dem Eingriff tragen Sie zu einer schnellen Heilung und zu einem guten Ergebnis bei.