Krusten nach der Haartransplantation

Krusten nach der Haartransplantation

Was muss man als Patient bezüglich der Krusten nach der Haartransplantation beachten? Eine Haartransplantation kann Ihnen bei Haarausfall wieder zu mehr Lebensqualität verhelfen. Krusten nach der Haartransplantation sind völlig normal, da sie ein Zeichen der Abheilung sind. Sie dienen auch zum Schutz der Wunde. Mit den neuen Methoden ist die Krustenbildung außerdem nur noch sehr gering. Mit dem richtigen Verhalten tragen Sie grundsätzlich zum Abheilen bei der verkrusteten Areale auf der Kopfhaut bei. Leider werden die Krusten von so manchem Patienten abgekratzt, wodurch das Ergebnis negativ beeinträchtigt wird.

In diesem Artikel möchten wir Ihnen jetzt zeigen, wie Sie nach der Haartransplantation Krusten und Verhärtungen in den Wundbereichen pflegen sollten. Außerdem erfahren Sie hier, wie lange es dauert, bis die Krusten vollständig abgeheilt sind, wie Sie zur optimalen Heilung beitragen können und mit welchen Transplantationsmethoden eine geringe Krusten- und Narbenbildung entsteht.

Warum gilt den Krusten nach der Haartransplantation eine besondere Aufmerksamkeit?

Der Grund für die Krusten nach der Haartransplantation ist, dass aus den Mikrowunden im Spender- und Empfängerbereich Blut und Gewebewasser austreten. Ersteres gerinnt durch das Verkleben der Blutplättchen – die Krusten schützen schlussendlich die Wunden. Um den Heilungsprozess nicht zu beeinträchtigen, müssen Sie in den ersten Tagen nach der Haarverpflanzung besondere Vorsicht walten lassen. Hier möchten wir Ihnen zunächst einige wertvolle Informationen über die Ernsthaftigkeit und die Wichtigkeit eines pfleglichen Umgangs mit den krustigen Hautbereichen an die Hand geben.

Die Beachtung und Pflege der Krusten ist deshalb so wichtig, weil…

  • manche Patienten Sie aus alter Gewohnheit abkratzen
  • die Gefahr besteht, noch nicht angewachsene Haarwurzeln zu zerstören
  • man durch eine optimale Pflege der Krusten den Heilungsprozess fördern kann
  • die wenigsten Patienten wissen, welche Operationsmethode nur eine geringe Krustenbildung nach sich zieht
  • manche Patienten sich wundern, weil sich noch die abgestorbenen Haarlängen der verpflanzten Haare in den Krusten befinden
  • viele nicht wissen, dass sie ein großartiges Zeichen für die fortschreitende Heilungsphase der Wundbereiche sind
  • sie den Wundbereichen Schutz vor Fremdpartikeln und dementsprechend vor Infektionen bieten.

Krusten nach der Haartransplantation als wichtiger Bestandteil des Heilungsprozesses

Bei einer Eigenhaarverpflanzung werden die Haarfollikel aus dem Spenderbereich entnommen und in den Empfängerbereich eingepflanzt. Die Kopfhaut wird bei der Entnahme der Haarfollikel und bei der eigentlichen Transplantation verletzt. Dabei entstehen kleine Wunden. Im Empfängerbereich werden Schnitte mit dem Skalpell oder Stiche mit der Nadel ausgeführt, um die Kanäle für die Aufnahme der Haarfollikel zu öffnen. Sind die Haarfollikel eingepflanzt, kann der Heilungsprozess beginnen.

Das Immunsystem wird in der Folge aktiv. Die im Blut enthaltenen Thrombozyten (Blutplättchen) bilden Krusten an den Entnahme- und Empfängerstellen. Durch die Krusten wird sowohl die Blutung gestoppt, als auch die Wunden vor Schweiß, Staub und anderen Verunreinigungen geschützt. Die Krustenbildung setzt zumeist schon wenige Stunden nach dem Eingriff ein. Im weiteren Verlauf trocknen die Krusten dann und fallen ab, sobald die Haut darunter geheilt ist. Auch deshalb ist es so wichtig, sie wirklich von allein abfallen zu lassen, anstatt sie abzukratzen. Schlussendlich sind die Krusten ein klares Zeichen für und ein wichtiger Teil des Heilungsprozesses.

Wie kann man die Heilung der krustigen Kopfhaut nach der OP fördern?

Während sich Krusten bilden und die Wunden verheilen, kommt es zu Juckreiz auf der Kopfhaut. In dieser Phase kommt es ganz besonders auf Ihre Selbstdisziplin an. So unangenehm dieser Juckreiz auch sein mag, dürfen Sie nicht kratzen, da es ansonsten zu unangenehmen und oft auch folgenschweren Infektionen kommen kann. Die Krusten könnten außerdem abgerissen werden. Der Wundheilungsprozess wird durch das Kratzen entscheidend gestört. Schlussendlich könnten Sie durch Kratzen sogar die transplantierten Haare ausreißen und das Endergebnis entscheidend negativ beeinflussen.

Zu einem optimalen Heilungsprozess und zum schnellen Abheilen der Krusten können Sie stattdessen mit dem richtigen Verhalten nach der Eigenhaarverpflanzung beitragen:

  • Tragen Sie am den ersten Tagen nach der Operation ein Stirnband, um Schwellungen durch das Entweichen des Betäubungsmittels im Stirnbereich und an der Augenpartie zu vermeiden
  • Schlafen Sie in den ersten fünf Nächten nach dem Eingriff auf dem Rücken und auf einem Nackenkissen (erhalten Sie in der Regel von der Haarklinik)
  • Verzichten Sie an den ersten zehn Tagen nach der OP darauf, Alkohol zu trinken
  • Waschen Sie sich erst 48 Stunden nach dem Eingriff zum ersten Mal die Haare (wie vom behandelnden Arzt vorgegeben mit Lotion und Spezial-Shampoo)
  • Treiben Sie in den ersten beiden Wochen nach der Haartransplantation keinen Sport und meiden Sie jegliche körperliche Anstrengung
  • Vermeiden Sie im ersten Monat nach der Haarimplantation starke Sonneneinstrahlung und verzichten Sie auf Besuche von Sauna und Solarium

Sie müssen nach der Haarverpflanzung außerdem ein Antibiotikum einnehmen, um Infektionen zu vermeiden und zum Abheilen der Krusten nach der Haarverpflanzung beizutragen. Halten Sie sich grundsätzlich an alle Vorgaben Ihres Arztes und stellen Sie Fragen, bevor Sie sich anders verhalten, als es Ihnen die Experten der Haarklinik empfohlen bzw. vorgeschrieben haben.

Was muss ich beim Waschen der Haare und krustigen Areale beachten?

Bevor Sie sich 48 Stunden nach der Haarverpflanzung zum ersten Mal das Haar waschen dürfen, müssen Sie eine Lotion auf die Kopfhaut auftupfen. Diese Lotion enthält Biotin und trägt zum Abheilen der Krusten bei. Sie sollte etwa 45 Minuten einwirken, bevor sie mit mittlerem Druck und lauwarmem Wasser abgespült wird. Um die Krusten nicht abzureißen, dürfen Sie beim Ausspülen nicht rubbeln. Lassen Sie die Kopfhaut lufttrocknen und tupfen Sie sie maximal mit einem frischen Küchenpapier ab. Verwenden Sie zum Trocknen von Haaren unter keinen Umständen ein Baumwollhandtuch, da auf diese Weise Haare ausgerissen werden und Schmutz- oder Textilpartikel in die Wundbereiche gelangen könnten.

Nach dem Abspülen der Lotion tragen Sie das Spezialshampoo auf, das ebenfalls Biotin enthält und das Abheilen der Krusten fördert. Das Shampoo sollte einige Minuten einwirken, bevor Sie es mit lauwarmem Wasser und mittlerem Druck ausspülen. Auf das Föhnen der Haare sollten Sie ebenfalls verzichten, denn das schadet den transplantierten Haarfollikel. In den kommenden zehn Tagen sollten Sie täglich das Haar waschen und vor dem Waschen die Lotion auftragen. Danach können Sie die Lotion weglassen und wieder Ihr gewohntes Shampoo verwenden. Halten Sie sich aber auch da an die individuellen Empfehlungen Ihres behandelnden Arztes.

Kurz zusammengefasst:

  • Lotion und Shampoo wie von der Haarklinik vorgeschrieben einmassieren bzw. anwenden
  • Haare nicht mit einem Handtuch abrubbeln, sondern lufttrocknen und maximal vorsichtig mit einem frischen Küchenpapier abtupfen
  • Frühestens ab dem 10. Tag nach der Operation wieder ein eigenes Shampoo nutzen

Automatisches Abheilen der Krusten nach der Haartransplantation zulassen

Sie sollten während des Heilungsprozesses gar nicht erst in die Versuchung kommen, die Krusten selbst zu entfernen. Dieses Fehlverhalten kann zu folgenschweren Infektionen führen. Im Transplantationsbereich könnten außerdem die Haarfollikel ausgerissen werden, wenn sie noch nicht fest in der Kopfhaut verankert sind. Abhängig von der angewendeten Methode der Eigenhaarverpflanzung fallen die Krusten nach der Haarverpflanzung in aller Regel nach 10 bis 14 Tagen von selbst ab. Haben sich die Krusten verabschiedet, ist der Heilungsprozess abgeschlossen und der überwiegende Teil der Haarfollikel fest angewachsen. Die Kopfhaut ist in dieser Zeit noch empfindlich und sollte daher vor Sonneneinstrahlung und Hitze geschützt werden. Außerdem sind körperliche Anstrengung und Schweißbildung unbedingt zu vermeiden.

Disziplin ist in der Heilungsphase äußerst wichtig, denn sie trägt wesentlich dazu bei, wie die Transplantate anwachsen und wie zufriedenstellend das finale Endergebnis tatsächlich ist. Wahrscheinlich weiß wohl jeder, wie groß die Versuchung sein kann, den Schorf mit den Fingern zu ertasten und daran zu kratzen. Doch besonders nach einer Eigenhaartransplantation birgt dies ein großes Risiko und sollte unbedingt unterlassen werden.

Das gilt, wie beschrieben, auch bei Juckreiz. Sind die Krusten nach dem zehnten Tag noch nicht gänzlich beseitigt, können Sie Ihre Haare zweimal am Tag mit dem Spezial-Shampoo waschen und es drei Minuten einwirken lassen. Eine sanfte Massage der Kopfhaut verbessert die Durchblutung und sorgt auch dafür, dass die Haut schneller heilt. Eine darüber hinaus länger anhaltende Krustenbildung sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen. Möglicherweise wird der Heilungsprozess durch etwaige Verhaltens- oder Ernährungsweisen gestört.

Die Krustenbildung bei den einzelnen Haartransplantationsmethoden

Wie bereits angedeutet, unterscheidet sich die Intensität der Krustenbildung bei den unterschiedlichen Operationstechniken moderner Haartransplantationen. Im Folgenden möchten wir Ihnen auch dazu ausführliche Informationen mit an die Hand geben.

Starke Krustenbildung mit der FUT-Methode

Bei der FUT-Methode (Follicular Unit Transplantation) wird vom Hinterkopf ein Streifen der behaarten Kopfhaut entnommen, der etwa einen Zentimeter breit und bis zu 20 Zentimeter lang ist. Der Arzt vernäht die Entnahmestelle anschließend. Dementsprechend bildet sich in diesem Areal auch eine Kruste. Die Krusten benötigen etwa 14 Tage, bis sie vollständig abheilen. Aufgrund der entstehenden bleibenden Narbe und der großen Wunde stellt diese Methode für den Patienten eine größere Belastung dar. Sie wird daher heute nur noch selten angewendet.

Im Vergleich zur modernen FUE-Methode ist das FUT-Verfahren der intensivere Eingriff, der durch die große Narbe eine deutlich längere Heilung erfordert. Zudem müssen lange Haare getragen werden, um sie zu verdecken. Des Weiteren kann die Operationstechnik im Verhältnis des Eingriffs zur gewonnenen Anzahl an Grafts heutzutage keine zufrieden stellenden Ergebnisse erzielen. Eine FUT-Haarimplantation kann bei den meisten Betroffenen kein volles Haarbild wiederherstellen. Viele sind daher sehr unglücklich mit dem Endergebnis. Die FUT-Technik wurde glücklicherweise durch innovative und weniger narben- und krustenbildende Haartransplantationen abgelöst, die sich auch für eine Korrektur nach der FUT-Haarverpflanzung eignen.

Geringere Krustenbildung mit den neuen Techniken

Die Haarverpflanzung wird heute hauptsächlich mit der FUE-Methode (Follicular Unit Extraction) ausgeführt. Diese Methode ist für den Patienten schonender als die FUT-Methode und ist durch eine geringere Krustenbildung gekennzeichnet. Die Haarfollikel werden aus dem Spenderbereich mit einer Hohlnadel entnommen. Dabei entstehen kleine, punktförmige Verletzungen, die nicht vernäht werden müssen. An diesen Stellen bilden sich die Krusten nach der Haartransplantation, die deutlich schneller abheilen als bei der FUT-Methode. Auch im Empfängerbereich der Haare bilden sich winzige Krusten, genau wie bei der FUT-Methode. Allerdings sind diese wesentlich kleiner – zudem wird keine lange Narbe am Hinterkopf hinterlassen.

Auf der Basis der FUE-Methode wurden verschiedene noch sanftere Methoden entwickelt, beispielsweise die Diamant-Methode, bei der die Schnitte im Transplantationsbereich mit Diamantklingen ausgeführt werden, und die FUE-Saphir-Methode, bei der die Schnitte mit Saphirklingen erfolgen. Die Schnitte sind bei diesen Methoden noch präziser als bei der FUE-Methode. Das führt zu einer noch geringeren Krustenbildung im Transplantationsbereich und einer noch schnelleren Heilung.

Bei der DHI-Methode (Direct Hair Transplantation) werden die Kanäle im Transplantationsbereich beispielsweise nicht separat geöffnet. In einem Arbeitsgang erfolgen die Öffnung der Transplantationskanäle und das Einpflanzen der Haare. Die Transplantationsstellen sind nur klein und heilen mit wenigen Krusten ab. Noch präzisere Ergebnisse und weniger Krusten ermöglicht die SDHI-Methode als Kombination der Saphir-Methode mit der DHI-Methode. An der Haarlinie werden die Haare mit der Saphir-Methode eingepflanzt, da eine höhere Haardichte erreicht wird. Der übrige Bereich wird mit der DHI-Methode aufgefüllt.

Eine Krustenbildung nach der Haarverpflanzung ist normal – lassen Sie sie in Ruhe ausklingen

Bei der Haarverpflanzung wird die Kopfhaut im Spender- und im Empfängerbereich verletzt. Dementsprechend entstehen nach der Haartransplantation Krusten, die die Wunde vor Verunreinigungen schützen und grundsätzlich ein wichtiger Bestandteil des Heilungsprozesses sind. Sie sollten diese Krusten nicht entfernen, da es in der Folge zu Infektionen und sogar zum Verlust der transplantierten Haarwurzeln kommen kann. Die Krusten fallen grundsätzlich nach etwa 10 bis 14 Tagen im Anschluss an den Eingriff von selbst ab. Bei den neuen, sanften Methoden der Haartransplantation ist die Krustenbildung nur gering, was zu einem schnellen Heilungsprozess führt. Mit dem richtigen Verhalten nach dem Eingriff tragen Sie schlussendlich selbst zu einem schnellen Abklingen der Krusten und zu einem großartigen Ergebnis bei.

Verzichten Sie in jedem Fall darauf, an den Krusten zu kratzen und schenken Sie der Pflege der Wundbereiche eine besondere Beachtung. Nutzen Sie zum Haarewaschen lauwarmes Wasser, ein Spezialshampoo und die empfohlene Pflegelotion. Trocknen Sie die Haare möglichst an der Luft oder nur sehr vorsichtig durch Abtupfen mit einem fusselfreien Papiertuch. Verzichten Sie beim Trocknen auch auf einen Föhn, denn die heiße Luft kann die empfindlichen Haarfollikel schädigen. Meiden Sie außerdem Sport und andere körperliche Anstrengungen, sowie Alkohol und Nikotin. Tragen Sie eine lockere Kopfbedeckung, um die Haare vor Sonne und Verunreinigungen zu schützen. Sie erhalten vom operierenden Chirurg weitere sinnvolle Verhaltensregeln, Gegenstände und Medizin für den Zeitraum nach der OP. Halten Sie sich unbedingt an die Anweisungen Ihres Arztes zur optimalen Nachsorge nach der Haartransplantation.

Haben Sie Fragen zum Umgang mit den Krusten? Scheuen Sie sich nicht vor einer Kontaktaufnahme. Und falls Sie sich noch gar nicht für die Operation entschieden haben, nutzen Sie jetzt gerne unsere kostenlose Haaranalyse. Dort erfahren Sie, inwiefern Sie überhaupt für die Haartransplantation geeignet sind.

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