Sie kennen die Haarwurzel und haben in Ihren Recherchen zur Haartransplantation auch von der Bezeichnung Follikel gehört. Doch was ist die Haarpapille und was hat es mit diesem Bestandteil Ihres Haares auf sich? Wenn Ihr Haar dünner wird und ausfällt, liegt das im Regelfall an einer vorangehenden Unterversorgung der Haarwurzeln mit nährstoffreichem Blut. Und genau hier kommt die Papille auf die Agenda, über deren Bedeutung und Eigenschaften wir Ihnen in diesem Artikel alle wichtigen Informationen liefern. Geschwächte und abgestorbene Haarpapillen können ihre eigentliche Funktion nicht mehr erfüllen. Das Resultat sind Haarprobleme, die bei zu später oder ausbleibender Behandlung mit Haarschwund enden.

Was ist die Haarpapille?

Bei diesem Bestandteil Ihres Haares handelt es sich um ein knötchenförmig ausgebildetes Bindegewebe. Wenn Sie von Ihrem Haar sprechen, bezieht sich die Aussage auf den Haarschaft, also auf den sichtbaren und aus der Kopfhaut herauswachsenden Teil. Darunter befindet sich die Haarwurzel, die vom Haarfollikel aus Bindegewebe und Haut besteht und in einer Talgdrüse mündet. Das untere Ende jeder einzelnen Haarwurzel ist verdickt und wird aufgrund ihrer Form als Haarzwiebel bezeichnet. Die Haarpapille befindet sich unter der Zwiebel und wird als kleines, sehr gut durchblutetes Knötchen wahrgenommen.

Der Übergang aus der Papille in die Haarzwiebel ist der Ort, an dem der Haarwuchs beginnt und stetig neue Haare ausgebildet werden. Das ist nur möglich, wenn die Kopfhaut gut durchblutet ist und ausreichend Nährstoffe, Sauerstoff und haarwuchsfördernde Vitalstoffe über die Haarpapillen in die Haarzwiebel gelangen.

Welche Bedeutung haben Haarpapillen?

Die Papillen sind praktisch das Herz Ihrer Haare. Sie versorgen die Haarfollikel mit Blut, da sie mit den Blutgefäßen der Kopfhaut und Ihrem zentralen Nervensystem verbunden sind. Bei Durchblutungsstörungen oder nährstoffarmen Blut kann die Papille die Haarzwiebel nicht mehr ausreichend nähren, wodurch es zum Absterben der Follikel und letztendlich zur Kahlköpfigkeit kommt. Nur gut durchblutete und aktive Haarpapillen fördern den dichten und gesunden Haarwuchs.

Wenn es in der Vitalstoff- und Blutversorgung zu Problemen kommt, äußert sich dieser Umstand lange vor dem Haarschwund durch stumpfes und langsamer wachsendes Haar. Die Gründe für eine mindere Versorgung können vielseitig sein und bedürfen einer medizinischen Diagnose. Eine Unterversorgung der Haare mit sauerstoff- und vitalstoffreichem Blut beginnt an der Haarzwiebel, die als einziger Bestandteil Ihres Haares mit dem eigentlich gut durchbluteten Bindegewebe und den kleinen Blutgefäßen verbunden ist.

Haarwachstum nach der Eigenhaartransplantation

Wenn Sie sich für die Verpflanzung von Eigenhaar entscheiden und den minimalinvasiven Eingriff vornehmen lassen, muss sich jedes verpflanzte Graft im Prozess der Heilung mit einer Haarpapille verbinden. Die Grafts sind Haarfollikel, die im Spenderbereich am Hinterkopf entnommen und anschließend im Empfängerbereich, auf den kahlen Stellen Ihrer Kopfhaut verpflanzt werden. Im Verlauf der Haartransplantation werden die einzelnen Grafts mit mikrofeinen Hohlnadeln in die Haut implantiert.

Bis sie sich mit den Blutgefäßen und mit den Nervenenden verbinden, vergehen einige Wochen und Monate. Sie können die Heilung fördern, in dem Sie sich an die Anweisungen des Behandlungsteams halten und die frisch verpflanzten Haare schonen. Der Heilungsprozess ist nach drei Monaten in vollem Gang, doch wirklich abgeschlossen ist er erst nach einem halben Jahr. Wenn die ersten hauchfeinen Haare nach wenigen Wochen sprießen und anschließend wieder ausfallen (was völlig normal ist), sind die Haarpapillen noch nicht fest in der Kopfhaut verankert.

Sie sind bereits locker mit den Blutgefäßen verbunden, doch starke Reibung oder Pflegefehler würden die leichte und noch nicht feste Verbindung beschädigen und zum Absterben der frisch verpflanzten Grafts führen. Der Haarwuchs wird dann dicht und fest, wenn die Haarpapille eine untrennbare Verbindung mit den Blutgefäßen gebildet und ihre natürliche Funktion zur Versorgung der Haarzwiebeln gefunden hat.

Die Haarpapille – der Ursprung aller Haare

Ohne Haarpapillen würde es keinen Haarwuchs geben. Die mit dem bloßen Auge nicht sichtbaren kleinen Knötchen wachsen von unten in die Haarzwiebel hinein und versorgen die gesamte Haarwurzel mit allen essenziellen Vitalstoffen. Wenn Sie unter Haarschwund leiden, ist oftmals die Funktion der Papille und damit die Zufuhr von Nährstoffen unterbrochen. Bei Stress und starker Anspannung der Kopfhaut, bei hormonellen Schwankungen und bei sauerstoffarmen Blut sowie Ernährungsmängeln ist die Haarpapille besonders in Mitleidenschaft gezogen.

Eine hohe Zellteilungsrate, die nachweislich für den dichten und gesunden Haarwuchs nötig ist, hat ihren Ursprung in einer gut durchbluteten und die Haarwurzel nährenden Papille. Je weiter sich die immer neu gebildeten Zellen von der Papille entfernen, umso trockener werden sie. Was im Endeffekt als Haar aus der Kopfhaut herausschaut ist der verhornte, bereits abgestorbene und dennoch für Ihre Ästhetik so wichtige Haarbestandteil. Ohne eine gut genährte und umfassend versorgte Haarwurzel, dem Haarfollikel ist der Haarwuchs gestört und Probleme wie Haarausfall treten auf. Doch nicht die Wurzel selbst, sondern die kleine Papille ist für alle Funktionen im Bezug auf den Haarwuchs verantwortlich.

Fazit | Starke Haarpapillen sorgen für die nährstoffreiche Blutversorgung

Sie können die Kraft und Energie Ihrer Haarpapillen steuern, in dem Sie sich gesund ernähren und bei kleinsten Anzeichen von Mangelerscheinungen sofort reagieren. Wird Ihr Haar spröde und stumpf oder bemerken Sie einen verstärkten Haarschwund ist die Versorgung der Haarwurzel durch die Papille geschädigt oder vollständig unterbrochen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Wiederherstellung der Versorgung und der Unterstützung des Haarwuchses mit Vitalstoffen.

Die PRP Therapie kann bei geschwächten Haarfollikeln und mangelnder Versorgung durch die Haarpapille helfen. Hier wird nährstoff- und sauerstoffreiches Plasma aus Ihrem eigenen Blut gewonnen und in die Kopfhaut injiziert. Wenn Ihr Haar mitsamt der Wurzel ausgefallen ist, eignet sich ein Haarimplantat. Die verpflanzten Grafts verbinden sich mit den Haarpapillen und bilden so nach einigen Monaten der postoperativen Heilung neues Haar auf ehemals kahlen Kopfhautstellen.