Rheuma kann in vielen Formen auftreten und ist aufgrund seiner vielen Gesichter auch von Ärzten oft nur schwer zu diagnostizieren. Für die Betroffenen ist Rheuma mit starken Schmerzen und Einschränkungen verbunden. Ein Haarausfall bei Rheuma kann kreisrund oder diffus auftreten. Rheuma ist eine Autoimmunerkrankung. Bei einem Haarverlust durch Rheuma werden die Haarwurzeln vom Immunsystem bekämpft.

Haarausfall durch Rheuma – Körper wehrt sich gegen Entzündungen

Rheuma ist eine entzündliche Erkrankung, die in vielen Formen auftreten kann. Da es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, wird körpereigenes Material vom Immunsystem als körperfremd betrachtet und angegriffen. Dazu gehören auch die Haarwurzeln. Das Immunsystem zerstört die Haarwurzeln und betrachtet sie als körperfremd.

Der Haarausfall kann diffus auf dem gesamten Kopf auftreten, doch kann er sich auch als kreisrunder Haarausfall mit scharf begrenzten kreisrunden Arealen zeigen. An den Rändern der kreisförmigen kahlen Stellen entstehen sogenannte Ausrufezeichen-Haare, die wie abgebrochen wirken.

Der Haarausfall kann nicht nur die Kopfhaare, sondern auch die Augenbrauen und die Körperbehaarung betreffen. Es kann zum Totalausfall aller Haare, Alopecia universalis, kommen. Nicht nur das Rheuma selbst, sondern auch Medikamente zur Behandlung von Rheuma können zu einem Haarausfall führen.

Rheuma – die Erkrankung mit vielen Gesichtern

Rheuma betrifft Männer und Frauen und zieht sich durch alle Altersklassen. Sogar Kinder können bereits von Rheuma betroffen sein. Verschiedene Arten von Rheuma werden unterschieden:

  • entzündlich-rheumatische Erkrankungen
  • verschleißbedingte rheumatische Erkrankungen
  • Stoffwechselstörungen mit rheumatischen Beschwerden
  • rheumatische nichtentzündliche Erkrankungen der Weichteile, zu denen die Fibromyalgie gehört.

Innerhalb der verschiedenen Hauptgruppen können unterschiedliche Erkrankungen und Krankheitsbilder auftreten. Die entzündlich-rheumatischen Erkrankungen nehmen den größten Teil der rheumatischen Erkrankungen ein. Dazu gehören Rheumatoide Arthritis, Spondylarthritiden, Juvenile idiopathische Arthritis, Bindegewebserkrankungen und Vaskulitiden.

Die Psoriasis-Arthritis gehört zu den Spondylarthritiden und geht mit einer Schuppenflechte einher. Eine Schuppenflechte kann zu einem vernarbenden Haarausfall führen. An den kahlen Stellen wachsen keine Haare mehr. Lupus Erythematodes ist eine Bindegewebserkrankung, zu deren Symptomen Haarausfall gehören kann.

Verschleißbedingte rheumatische Erkrankungen treten als Arthrosen und Sehnenscheidenentzündungen auf. Eine bekannte Stoffwechselstörung ist Gicht, die mit Allopurinol behandelt werden kann. Als Nebenwirkung von Allopurinol kann Haarausfall auftreten. Die verschiedenen rheumatischen Erkrankungen können sich mit vielfältigen Symptomen äußern. Für Ärzte ist eine Diagnose nicht immer leicht. Nicht bei allen rheumatischen Erkrankungen muss es zu Haarausfall kommen.

Haarverlust bei Rheuma – häufig schubweise

Rheuma tritt häufig schubweise auf. Eine häufige entzündlich-rheumatische Erkrankung ist die Rheumatoide Arthritis, die bei Frauen häufiger als bei Männern auftritt und Menschen in jedem Alter treffen kann. Am häufigsten sind jedoch Menschen zwischen dem 20. und 45. Lebensjahr betroffen. Die Gelenke sind bei dieser Erkrankung entzündet.

Um sich gegen die Entzündung zu wehren und die lebensnotwendigen Prozesse aufrecht zu erhalten, nutzt der Körper alle zur Verfügung stehenden Ressourcen. Es kann zu einem Haarausfall kommen, da Haare nicht lebensnotwendig sind und der Körper den im Wachstum befindlichen Haaren wichtige Nährstoffe entzieht. In der Folge verkürzt sich die Wachstumsphase der Haare.

Die Haare treten verfrüht in die Ruhephase ein und fallen aus. Zumeist kommt es zu einem diffusen Haarausfall. Wird die Entzündung mit Medikamenten erfolgreich behandelt, können die Haare wieder nachwachsen, wenn die Haarfollikel noch intakt sind. Da die Entzündungen schubweise auftreten, kann es immer wieder zum Haarausfall bei Rheuma kommen, wenn eine erneute Entzündung eintritt.

Auf Warnsignale des Körpers achten

Ein Haarausfall ist kein typisches Symptom von Rheuma, doch kann er bei verschiedenen rheumatischen Erkrankungen auftreten. Rheuma kann sich akut oder chronisch bemerkbar machen. Typische Symptome für die Rheumatoide Arthritis als häufigste Rheuma-Erkrankung sind Schmerzen und Schwellungen der Gelenke.

Am Morgen können die Gelenke steif sein. Oft sind kleinere Gelenke an Fingern und Zehen betroffen. Typisch für Rheuma sind mehrere schmerzende Gelenke. Weitere Symptome für Rheuma können Nachtschweiß, Hitze in den Gelenken und Fieber sein. Bemerken Sie diese Symptome, sollten Sie Ihren Hausarzt konsultieren. Er kann verschiedene Blutuntersuchungen vornehmen. Kann er keine eindeutige Diagnose stellen, wird er Sie zum Rheumatologen überweisen, der weitere Untersuchungen für eine endgültige Diagnose vornimmt und die geeignete Behandlung einleitet.

Haarverlust bei Rheuma – Behandlung der Ursache

Bemerken Sie einen Haarausfall und leiden Sie unter Rheuma, kann der Haarausfall nur dann behandelt werden, wenn die rheumatische Erkrankung als Ursache behandelt wird. Eine vollständige Heilung ist nicht möglich, da es sich bei Rheuma um eine Autoimmunerkrankung handelt. So vielfältig die rheumatischen Erkrankungen sind, so vielfältig können auch die Behandlungsmethoden sein.

Eine Umstellung der Ernährung ist häufig erforderlich. Der Rheumatologe kann zusammen mit einer Diätassistentin Ihren individuellen Diätplan erstellen. Eine Standard-Diät gibt es nicht. Rheuma wird zumeist medikamentös behandelt. Während einige Medikamente einen Haarausfall fördern können, wirken andere Rheuma-Medikamente einem Haarausfall entgegen.

Auch physiotherapeutische Behandlungen und ganzheitliche Therapien können helfen. Mit einer Optimierung des Mineralstoff- und Vitaminhaushalts können die Beschwerden gelindert werden. Mineralstoffe und Vitamine wirken einem Haarausfall bei Rheuma entgegen. Auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten müssen ermittelt werden.

Was Sie bei einem Haarverlust bei Rheuma tun können

Leiden Sie unter Rheuma und kommt es zu einem Haarausfall, können Sie das Nachwachsen der Haare mit verschiedenen alternativen Methoden anregen, wenn die Haarwurzeln noch intakt sind. Solche alternativen Methoden können als Sauerstofftherapie, Softlasertherapie, Mesohairtherapie mit einem auf Ihre Bedürfnisse abgestimmten Wirkstoffcocktail aus Vitaminen und Mineralstoffen oder als Microneedling mit feinen Nadeln, die bewusst kleine Verletzungen erzeugen, angewendet werden.

Arganöl, das Sie leicht erwärmen und in die Kopfhaut einmassieren, kann die Durchblutung der Kopfhaut und die Nährstoffversorgung der Haarfollikel verbessern und das Nachwachsen der Haare anregen. Bockshornklee ist gut verträglich und kann innerlich in Form von Tee oder Kapseln sowie äußerlich als Haarspülung angewendet werden. Er ist reich an Vitaminen, Mineralstoffen und ätherischen Ölen. Auch verschiedene Behandlungsmethoden der Traditionellen Chinesischen Medizin können das Haarwachstum fördern.

Eine Haartransplantation ist nicht sinnvoll, wenn die Haare nicht mehr nachwachsen. Da es sich bei Rheuma um eine Autoimmunerkrankung handelt, würden die transplantierten Haare wieder ausfallen. Alternativ dazu kann eine Haarpigmentierung erfolgen, mit der das Haar voller wirkt.

Fazit: Haarverlust bei Rheuma tritt häufig auf

Rheuma ist eine Autoimmunerkrankung, die in vielen Formen auftritt und oft nur schwer zu diagnostizieren ist. Am häufigsten tritt die Rheumatoide Arthritis auf, die sich mit Gelenkschmerzen und Gelenksteifigkeit am Morgen zeigt. Haarausfall bei Rheuma tritt auf, wenn das Immunsystem die Haarwurzeln angreift, da es sie als körperfremdes Material betrachtet.

Ein Haarausfall kann auch auftreten, da der Körper auf seine Ressourcen zugreift, um die Entzündung zu bekämpfen. Da Rheuma in Schüben auftritt, macht sich auch der Haarausfall häufig in Schüben bemerkbar. Er tritt als diffuser und als kreisrunder Haarausfall auf. Um ihn zu behandeln, muss Rheuma als Ursache behandelt werden.