Voraussetzung für gesundes und schönes Haar ist eine gesunde Kopfhaut. Haarausfall kann durch Kopfhauterkrankungen verursacht werden. Die Kopfhaut kann zu fettig oder zu trocken sein, doch können auch entzündliche Prozesse der Kopfhaut oder der Befall mit Pilzen oder Bakterien zu einem Haarverlust führen. Nicht bei allen Kopfhauterkrankungen wachsen die Haare wieder nach.

Haarausfall durch Kopfhauterkrankungen – verschiedene Krankheiten

Eine trockene oder fettige Kopfhaut kann die Ursache von Haarausfall sein, doch handelt es sich dabei nicht um eine ernsthafte Krankheit. Hinter einer trockenen oder fettigen Kopfhaut kann jedoch eine Grunderkrankung oder eine Mangelerscheinung stecken. Zu Schuppenbildung kann es sowohl bei fettiger als auch bei trockener Kopfhaut kommen. Schuppen können die Ursache von Haarverlust sein. Eine trockene Kopfhaut kann durch zu heißes Wasser beim Haarewaschen, zu heißes Föhnen, aggressives Shampoo, trockene Heizungsluft und intensive Sonneneinstrahlung hervorgerufen werden.

Eine fettige Kopfhaut wird durch eine übermäßige Aktivität der Talgdrüsen verursacht. Kommt es zu einer seborrhoischen Dermatitis, wird sie durch eine zu fettige Kopfhaut hervorgerufen. Auch die Einnahme der Pille, eine Hormonumstellung in der Pubertät oder nach der Schwangerschaft, nachfettende Shampoos und andere Haarpflegemittel, häufiges Haarewaschen, ungesunde Ernährung und Stress können zu fettiger Kopfhaut führen. Je häufiger Sie die Haare waschen, desto wahrscheinlicher ist es, dass das Haar fettet. Haarverlust durch Kopfhauterkrankungen kann jedoch auch durch schwerwiegendere Erkrankungen auftreten:

  • Schuppenflechte auf der Kopfhaut (Psoriasis)
  • Infektion mit Herpes zoster (Gürtelrose)
  • bakterieller, hochansteckender Hautausschlag
  • Pilzerkrankung der Kopfhaut
  • Lichen-Erkrankung der Kopfhaut
  • Lupus erythematodes als Autoimmunerkrankung
  • Haarwurzel- oder Haarbalginfektion

Häufig handelt es sich bei Haarverlust durch Kopfhauterkrankungen um einen vernarbenden Haarausfall. An den betroffenen Stellen bilden sich Narben. Die Haare wachsen nicht mehr nach.
Eine Schuppenflechte kann auch an anderen Körperstellen auftreten. Sie kann den gesamten Körper betreffen. Es gibt zahlreiche Arten von Psoriasis. Die betroffenen Hautstellen sind gerötet und schuppig.

Sie können stark jucken. Die Schuppenflechte muss vom Hautarzt behandelt werden. Die Behandlung kann medikamentös und durch Bestrahlungen erfolgen. Gürtelrose äußert sich mit Brennen, Stechen und Juckreiz. Unregelmäßige Rötungen mit Pustel- oder Bläschenbildung treten auf. Die Behandlung erfolgt mit Medikamenten zur Einnahme.

Seborrhoische Dermatitis als häufige Ursache von Haarausfall

Haarausfall durch Kopfhauterkrankungen wird häufig durch eine seborrhoische Dermatitis hervorgerufen. Es ist eine extreme Form der Schuppenbildung, die sich mit starkem Schuppenbefall, Juckreiz und geröteter Kopfhaut bemerkbar macht. Auf der Kopfhaut können entzündete Stellen auftreten. Die Schuppen sind gelblich oder weißlich und fühlen sich ölig an. Die Ursache der seborrhoischen Dermatitis ist meistens eine fettige Kopfhaut.

Das Fett der Kopfhaut wird durch den Mikroorganismus Malassezia globosa aufgespalten. Dadurch wird die Kopfhaut gereizt und entzündet sich. Die Haare wachsen auf einer ungesunden Basis. Wird die Kopfhauterkrankung durch Juckreiz begleitet, begünstigt das den Haarausfall, da der Juckreiz zum Kratzen verleitet.

Das Haar wird durch das Kratzen zusätzlich geschwächt und kann brechen. Es gibt spezielle Shampoos gegen seborrhoische Dermatitis, die Selensulfid enthalten. Selensulfid wirkt nachweislich einer seborrhoischen Dermatitis entgegen. Leiden Sie nur unter Schuppen, aber nicht unter seborrhoischer Dermatitis, sollten Sie ein Anti-Schuppen-Shampoo verwenden.

Vernarbender Haarverlust durch Kopfhauterkrankungen in verschiedenen Formen

Sind Kopfhauterkrankungen die Ursache von Haarverlust und handelt es sich bei der Kopfhauterkrankung nicht um eine seborrhoische Dermatitis, um eine Schuppenflechte oder eine Gürtelrose, liegt meistens ein vernarbender Haarausfall vor. Eine Vorbeugung ist nicht möglich, da sich vernarbender Haarausfall in verschiedenen Formen äußert und die Ursachen noch nicht vollständig erforscht sind.
Wird der Haarausfall durch Kopfhauterkrankungen durch Pilzbefall verursacht, muss es nicht zur Narbenbildung kommen, wenn der Pilzbefall rechtzeitig erkannt und behandelt wird.

Die Haare können dann wieder nachwachsen. Zumeist handelt es sich um den Kopfpilz Tinea capitis. Der Pilzbefall macht sich mit Juckreiz, geröteter Kopfhaut und entzündlichen Reaktionen, teigigen Schwellungen und Pustelbildung bemerkbar. Der Hautarzt legt eine Pilzkultur an, um den Erreger zu erkennen und zu bekämpfen. Zuerst erfolgt die Behandlung mit einem Breitband-Antimykotikum, das gegen verschiedene Arten von Hautpilzen wirkt. Später kann der Pilz gezielt bekämpft werden. Die Behandlung kann auch mit Medikamenten zur Einnahme erfolgen. Sie sollte mindestens über drei Monate durchgeführt werden, damit sich der Pilz nicht erneut ausbreitet.

Eine Lichen-Erkrankung wird auch als Knötchenflechte bezeichnet. Es handelt sich dabei nicht um eine infektiöse, ansteckende Kopfhauterkrankung. Häufig tritt dieser Haarausfall bei Frauen nach der Menopause auf. Er zeigt sich mit geröteten, juckenden und schmerzenden Stellen. Im weiteren Verlauf kann die Haut an den befallenen Stellen glänzend und hell werden. Die Hautporen verschwinden. Narben können sich bilden. Eine Sonderform bei Haarverlust durch Kopfhauterkrankungen in Form der Knötchenflechte ist die frontale fibrosierende Alopezie.

Der Haaransatz weicht immer weiter zurück. Die Diagnose einer Lichen-Erkrankung kann mit einer Kopfhautbiopsie erfolgen. Die Behandlung erfolgt mit Kortikoidsteroiden als Injektionen und zur Einnahme.
Lupus erythematodes ist eine Autoimmunerkrankung, die auf der Kopfhaut und an anderen Körperstellen auftreten kann. Die Erkrankung kann durch Lichteinfluss ausgelöst werden und zeigt sich mit roten, verhärteten Flecken, die bei Berührung schmerzen können. Später können sich Narben an den befallenen Stellen bilden. Die Erkrankung kann durch eine Blutuntersuchung festgestellt werden. Die Behandlung erfolgt meistens mit Kortison.

Haarausfall durch Kopfhauterkrankungen kann auch durch eine Haarwurzel- oder Haarbalginfektion entstehen. Diese entzündliche Erkrankung tritt meistens im Alter zwischen 20 und 40 Jahren auf. Männer sind häufiger als Frauen betroffen. Auf der Kopfhaut bilden sich rote Knötchen, die schmerzen können. Aus diesen Knötchen werden oft Eiterpusteln. Später vernarben die befallenen Stellen.

Aus dem Inhalt der Eiterpusteln kann eine Erregerkultur angelegt werden, um den Erreger festzustellen. Weiterhin ist eine Kopfhautbiopsie für die Diagnose möglich. Die Behandlung kann mit Antibiotika entsprechend der Erregerkultur erfolgen. Bei vernarbendem Haarverlust durch Kopfhauterkrankungen können an den kahlen Stellen keine Haare mehr nachwachsen. Mit der geeigneten Behandlung kann der Haarausfall jedoch gestoppt werden.

Haartransplantation bei Haarausfall durch Kopfhauterkrankungen

Wird der Verlust der Haare durch eine Kopfhauterkrankung verursacht, ist eine Haartransplantation nicht immer geeignet. Die transplantierten Haare könnten wieder ausfallen. Entzündungen könnten begünstigt werden. Es ist jedoch möglich, zuerst nur an einem kleinen Bereich Haare zu transplantieren und zu beobachten, ob es zu Entzündungen kommt. Ist das nicht der Fall, können die kahlen Bereiche mit der Haarverpflanzung aufgefüllt werden.

Fazit: Kopfhauterkrankungen können zu verschiedenen Formen von Haarausfall führen

Ist die Kopfhaut erkrankt, kann es zu Haarausfall kommen. Haarausfall durch Kopfhauterkrankungen wird häufig durch eine seborrhoische Dermatitis verursacht, bei der es zu einer verstärkten Schuppenbildung kommt. Zu Haarverlust durch Kopfhauterkrankungen können jedoch auch Schuppenflechte, Gürtelrose, Bakterien- und Pilzinfektionen sowie verschiedene Autoimmunerkrankungen führen. Handelt es sich um einen vernarbenden Haarausfall, wachsen an den kahlen Stellen keine Haare mehr nach. Der Haarausfall kann jedoch mit der richtigen Behandlung gestoppt werden.