Die Haartransplantation der Zukunft

Haartransplantation der Zukunft

Wie könnte die Haartransplantation der Zukunft aussehen? Immer mehr Menschen, die unter genetischem Haarausfall leiden, entscheiden sich für eine Haartransplantation, um wieder volles Haar und eine neue Lebensqualität zu erlangen. Dafür werden heutzutage Grafts aus dem Hinterkopf und den Kopfseiten von Patienten entnommen und in die kahlen Bereiche auf der Kopfhaut umgepflanzt. Etwa ein Jahr nach dem Eingriff könnten Patienten dann schon ihr aufgefülltes, volleres Haar im Spiegel bewundern. Ohne Narben und im Grunde auch ohne Schmerzen. Es ist schon bemerkenswert, wie weit sich die moderne Haartransplantation über die letzten Jahrzehnte bis heute weiterentwickelt hat. Doch wie könnte die professionelle Eigenhaarverpflanzung in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren aussehen?

In diesem Artikel möchten wir über den derzeitigen Stand der medizinischen Forschung aufklären und zeigen, welche Techniken in naher Zukunft zu erwarten sind. Als (potentieller) Patient erfahren Sie auch, wie Sie möglicherweise davon profitieren könnten.

Haartransplantation der Zukunft auf Grundlage der FUE-Methode

Die Methoden für die Eigenhaarverpflanzung verbessern sich immer weiter. Die Eigenhaarverpflanzung mit der FUT-Methode (Follicular Unit Transplantation), die eine lange, bei kurzem Haar sichtbare Narbe hinterlässt, gerät immer weiter in den Hintergrund. Die Belastung für den Patienten ist deutlich größer als bei der zukunftsträchtigen FUE-Methode (Follicular Unit Extraction). Diese Methode stellt die Grundlage der Haartransplantation der Zukunft dar, wird stetig weiterentwickelt und funktioniert derzeit nach folgendem Ablauf:

  1. Rasur des Kopfes
  2. örtliche Betäubung von Spender- und Transplantationsbereich
  3. Entnahme der Haarfollikel mit einer Hohlnadel aus dem Spenderbereich
  4. Aufbewahrung der Haarfollikel in einer Nährlösung
  5. Öffnung der Haarwurzelkanäle im Transplantationsbereich
  6. Einpflanzen der entnommenen Haarfollikel in Wuchsrichtung in die Kanäle.
    Bei dieser Methode entstehen nur winzige, punktförmige Narben, die kaum sichtbar sind. Auf der Grundlage dieser Methode wurden bereits verschiedene weitere Methoden entwickelt, die eine hohe Anwuchsrate, eine hohe Haardichte und eine geringe Belastung für den Patienten versprechen:
  7. Bei der Robotermethode werden die Haarfollikel im Spenderbereich nicht manuell mit einer Hohlnadel, sondern mit einem Haarroboter entnommen. So wird eine Übererntung des Spenderbereichs vermieden. Die weitere Behandlung der Haarfollikel erfolgt wie bei der klassischen FUE-Methode.
  8. Bei der FUE-Saphir-Methode werden die Haarfollikel so wie bei der klassischen FUE-Methode mit einer Hohlnadel entnommen. Im Transplantationsbereich werden die Kanäle mit Saphirklingen geöffnet. Die V-förmigen Saphirklingen ermöglichen kleinere Schnitte und eine höhere Haardichte.
  9. Die DHI-Methode wird mit einem sogenannten CHOI-Pen ausgeführt, mit dem die Entnahme der Haarfollikel erfolgt. Mit dem CHOI-Pen werden auch in einem Arbeitsgang die Haarwurzelkanäle geöffnet und die Haarfollikel eingepflanzt. Dieses Verfahren punktet mit kleineren Einstichen und mit einer schnellen Heilung.
  10. Die SDHI-Methode verbindet die Saphir-Methode mit der DHI-Methode. Um an der Haarlinie eine höhere Haardichte zu erzielen, werden die Haarfollikel in den ersten drei Reihen nach der Haarlinie mit der Saphirmethode eingesetzt, während der übrige Bereich mit der DHI-Methode aufgefüllt wird.

Bereits heute wird die FUE-Technik stets weiterentwickelt

Auch bezüglich der Aufbewahrung der Haarfollikel hat sich einiges getan, was eine Haarverpflanzung der Zukunft ausmachen könnte. Bei der Haartransplantation mit ICE-Grafts werden die Haarfollikel in einer Nährlösung mit zwei Antioxidantien, Biotin und Vitaminen aufbewahrt. Die Nährlösung wird permanent gekühlt. Die Haarfollikel erleben also im Prinzip einen Eisschock. Werden sie in die Kopfhaut implantiert, werden entzündungshemmende Stoffe aktiviert.

Die Anwuchsrate und die Haardichte sind dadurch noch höher. Ähnlich funktioniert die Eigenhaarverpflanzung mit Bio-Grafts. Die Haarfollikel werden in einer Nährlösung aufbewahrt, die reich an Biotin ist. Biotin ist ein Schönheitsvitamin und fördert das Wachstum und die Gesundheit der Haare. Die transplantierten Haarfollikel werden widerstandsfähiger und kräftiger. Und so wurde die Operationstechnik schon in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt.

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Brainstorming: Was ließe sich aus Patientensicht überhaupt noch verbessern?

Mittlerweile greift bei professionellen Haarkliniken schon ein Rädchen ins andere, sodass für einen Haarchirurgen und sein Team mehrere Operationen an einem Tag möglich sind. Man könnte meinen, dass kaum noch Verbesserungspotential besteht. Deshalb haben wir ein kleines Brainstorming gemacht und darüber philosophiert, welches Verbesserungspotential noch in der modernen Haartransplantation mit Blick auf die Zukunft schlummert. Hier sind einige Aspekte des typischen Ablaufs der Operation, die sich zukünftig noch weiter verbessern ließen:

  • Zwischenlagerung der Grafts (zwischen Entnahme und Implantation)
  • Anwuchsrate (aktuell schon weit über 90 Prozent)
  • Anzahl der notwendigen Spenderhaare (aktuell ist deshalb nicht jeder für die OP geeignet)
  • Haardichte (sodass die Kopfhaut möglichst gar nicht mehr durchschimmert)
  • Wartezeit (aktuell etwa 1 Jahr, bis die transplantierten Haare kräftig und voluminös sind)
  • Fehlerwahrscheinlichkeit (sowohl bei der Operation als auch bei der Nachsorge durch den Patienten)
  • Infektionswahrscheinlichkeit (z.B. durch eine noch geringere Verwundung der Kopfhaut durch die OP)
  • Kosten (z.B. durch weitere Automatisierung der Arbeitsprozesse)

Wie sieht die Haartransplantation der Zukunft aus?

Auch wenn es vielleicht nicht so erscheinen mag, steckt in den modernen Operationstechniken noch viel Potential zur Weiterentwicklung. Mit welchen Technologien wird die Haarchirurgie in naher Zukunft wohl arbeiten? Hier möchten wir Ihnen einige derzeitige Entwicklungen vorstellen, die einen kleinen Einblick in die zukünftigen, technischen Möglichkeiten gewähren.

Haarverpflanzung mit Stammzellen

Zukunftsträchtig ist definitiv die Haartransplantation mit Stammzellen, die sich zu verschiedenen Zelltypen entwickeln können und über Wachstumsfaktoren verfügen. Diese Stammzellen lassen sich aus den entnommenen Haarfollikeln oder aus dem Unterhautfettgewebe gewinnen. Bei der Gewinnung von Stammzellen aus den Haarfollikeln nimmt man dem Patienten zusätzlich Blut für eine PRP-Behandlung ab.

Dieses Blut bereitet man daraufhin in einer Zentrifuge auf, sodass es reich an Blutplättchen ist. Die gewonnenen Stammzellen fügt man dann diesem Blutplasma hinzu. Die Haarverpflanzung wird wie gewohnt nach der FUE-Methode ausgeführt. Im Anschluss an die Haarimplantation injizieren die Ärzte das Blutplasma in den Transplantationsbereich, um das Anwachsen der Haare zu fördern und noch intakte Haarfollikel zur Bildung neuer Haare zu stimulieren.

Werden die Stammzellen aus dem Unterhautfettgewebe gewonnen, werden sie zu einer Zellemulsion aufbereitet. Mit einem Teil dieser Zellemulsion wird die Nährlösung zum Aufbewahren der Haarfollikel angereichert, während die restliche Zellemulsion im Anschluss an die Haarverpflanzung in die Kopfhaut gespritzt wird, um das Haarwachstum anzuregen und das Anwachsen zu fördern. Diese Operationstechnik könnte durchaus die Zukunft der Haartransplantation sein.

Haarverpflanzung der Zukunft mit Zelltherapie

Eine Zelltherapie ist schon ein erster Ansatz in Richtung des Klonens von Haaren, das vor allem Patienten mit zu wenigen Spenderhaaren Hoffnung machen dürfte. Noch lässt sich diese Therapie jedoch nicht anwenden, um neue Haare zu züchten.

In einer Studie mit sieben Teilnehmern am US-amerikanischen Columbia University Medical Center (CUMC) wurden den Probanden, die an erblich bedingtem Haarausfall litten, Zellen entnommen. Aus diesen Zellen züchtete man tropfenförmige Zellkulturen. Nach 1,5 Monaten bildeten sich aus dem Material von fünf der Teilnehmer neue Haarfollikel. Tests ergaben, dass es sich um Zellen menschlichen Ursprungs handelte und dass sich die Zellen den einzelnen Studienteilnehmern zuordnen ließen. Ob diese Methode die Haartransplantation der Zukunft sein wird, muss sich erst zeigen. Es ist nämlich noch nicht sicher, wie das Haarbild erscheint, wenn man die gezüchteten Haarfollikel in die Kopfhaut transplantiert. Um dieses Verfahren zuzulassen, sind zudem umfangreiche Langzeitstudien erforderlich. Dennoch machen diese Forschungen durchaus Hoffnung für die Zukunft.

Klonen von Haaren – Aufbau auf ersten Ansätzen

Sollte es möglich werden, Haare zu klonen, könnten aus nur einer einzigen Haarwurzel viele neue Haarfollikel im Labor gezüchtet und in die kahlen Stellen eingepflanzt werden. Mit dem Klonen von Haaren könnten künftig auch Menschen mit weit fortgeschrittenem Haarausfall von vollem Haar profitieren. Wäre das der Fall, könnte man mit vollem Recht von einer bahnbrechenden Revolution der modernen Eigenhaarverpflanzung sprechen.

Forscher arbeiten bereits an der Entnahme von Fibroblasten (Bindegewebezellen) aus Haarfollikeln, um sie zu klonen. Diese Fibroblasten lassen sich leichter vermehren, als andere Zellen der Haarfollikel. Im Labor gelang bereits eine Reproduktion von Fibroblasten durch In-vitro-Kultur. Bis das Klonen die Haartransplantation der Zukunft ist, sind aber nach vorsichtigen Schätzungen noch mehrere Jahrzehnte Geduld gefragt.

Umfangreiche Studien sind dafür erforderlich. Bedenken bestehen außerdem noch bezüglich des Aussehens und der Überlebensdauer der geklonten Haare, aber auch darüber hinaus, dass diese Zellen möglicherweise die Tumorbildung fördern könnten. Schließlich züchtet man Sie ja künstlich.

Ergänzender Hinweis: Es gibt auch schon Überlegungen, um einzelne Haarfollikel in der Kopfhaut zu teilen und daraus neue Haarfollikel für die Entnahme zu züchten.

Haarverpflanzung der Zukunft mit der Comfort-In-Anästhesie

Im Grunde handelt es sich bei dieser Technologie gar nicht mehr um eine Zukunftsvision, sondern um eine jüngste Entwicklung der modernen Eigenhaartransplantation. Denn schon heute können Angstpatienten, die Spritzen bei der örtlichen Betäubung fürchten, von der Betäubung ohne Nadeln, der sogenannten Comfort-In-Anästhesie, profitieren. Unter Hochdruck pressen die behandelnden Haarchirurgen das Betäubungsmittel in die Kopfhaut. Der Patient verspürt nur einen kurzzeitigen Druck. Da keine Einstiche erfolgen, ist außerdem das Entzündungsrisiko geringer als bei der Betäubung mit Nadeln. Viele Patienten profitieren also schon heute von dieser zukunftsweisenden Technik.

Haarverpflanzung der Zukunft mit immer präziseren und patientenfreundlicheren Methoden

Die FUE-Methode ist die Basis für verschiedene moderne und besonders schonende Methoden wie die Saphir-Methode, die DHI-Methode und die Artas Roboter-Methode. Diese Techniken versprechen eine höhere Präzision und eine höhere Haardichte. Sie und ihre stetigen Weiterentwicklungen könnten die Haartransplantation der Zukunft darstellen. Auch die Haarverpflanzung mit Stammzellen könnte sich in der Zukunft durchsetzen, da dabei vor allem das Anwachsen der Haarfollikel effektiver werden könnte.

An der Züchtung von Haarfollikeln aus Zellen sowie an an Möglichkeiten zum Klonen von Haaren forscht man bereits akribisch. Allerdings bestehen noch Bedenken bezüglich des Überlebens der transplantierten Haare und der Risiken für den Patienten. Angstpatienten können jedoch bereits heute von der Betäubung ohne Nadeln profitieren. Dieses Betäubungsverfahren könnte sich dauerhaft gegen andere Operationstechniken durchsetzen, da das Entzündungsrisiko geringer wesentlich ist.

Wir hoffen, dass wir Ihnen hier ein Bild von der Haartransplantation der Zukunft malen konnten. Wir wissen nicht, welche Möglichkeiten uns in 100 Jahren zur Verfügung stehen und können nur vermuten. Doch betrachtet man die letzten Jahrzehnte, wird die moderne Medizin die Haartransplantation auch bis ins nächste Jahrhundert noch einmal wesentlich weiterentwickelt haben.

Bestehen Ihrerseits noch Fragen zu diesem Artikel über die Zukunft der professionellen Haarverpflanzung? Dann zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Vielleicht haben Sie ja sogar eigene Ideen zur Verbesserung der Abläufe und Techniken in der Haarchirurgie. Wir wünschen Ihnen eine jederzeit angenehme Operation mit großartigem Endergebnis. Und falls Sie sich aktuell für eine Haartransplantation interessieren, nutzen Sie jetzt gerne unsere kostenlose Haaranalyse. In wenigen Schritten erhalten Sie dann eine unverbindliche Ersteinschätzung Ihrer derzeitigen Haarsituation von unseren Fachärzten.

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